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Samstag, 10. Oktober 2020

...am seidenen Faden - 05

© Foto und Kunstwerk: Friedrich von Hülsen

Diese Fotografie ist der Abschluss einer Reihe von Aufnahmen des Kölner Künstlers Friedrich von Hülsen an dieser Stelle. Sie ist besonders geeignet, um die Mannigfaltigkeit der Dimensionen der Interpretation und die Genese eines Kunstwerks exemplarisch zu veranschaulichen.

Das Foto zeigt das Werk vor einem schwarzen Vorhang. Scheinbar inszeniert? Aber was macht die Hand da? Ein Schnappschuss? Aber warum ist die Hand bzw. der zu ihr gehörige Körper dann so zurückhaltend? Auch die aus dem schwarzen Ärmel vor dem schwarzen Hintergrund wahrhaft erscheinende Hand scheint nicht zufällig...

Die Aufnahme verdeutlicht zum einen das ungeheure Potential der Inszenierung eines Kunstwerks. Der Vorhang deutet auf Theater bzw. Präsentation oder ist es nur ein möglichst neutraler Hintergrund? Zum anderen wird in den folgenden Zeilen deutlich, wie sehr die Geschichte, das Geschichten erzählen, Teil unseres Kunstverständnisses bzw. der Kunstgeschichte ist. 

In einem Gespräch mit dem Künstler über seine hier gezeigte Arbeit berichtet er, der Ausgangpunkt für diese Arbeit sei zunächst die Frage 'Wer spielt denn wen?' gewesen.

Eine kleine Druckplatte ist der Ursprung dieser Plastik mit dem Titel “am seidenen Faden“ aus dem Jahre 2019/20. Von der kleinen Druckplatte wuchs die Idee zu einer raumgreifenden Arbeit die 2,2 x 2,2 x 2,2 Meter misst. Die Idee zum Thema Puppenspieler evozierte zunächst eine teils monströs anmutende, geschweisste Hand.

Schließlich gesellte sich ein der Dimension der Hand entsprechendes Holzkreuz dazu. Dann folgten Stoff, Gaze und Fäden. Und am Ende ruhte die Plastik auf Stangen. Diese Spannung intensivierte der Künstler, in dem er im Rahmen einer  Tour sein Werk vor dem Hintergrund des Braunkohletagebaus Hammbacher Forst inszenierte. Auf Weiß folgte Schwarz.

Die Geschichte dieser Arbeit verdeutlicht sehr anschaulich den (Bedeutungs-) Wandel einer Arbeit. Das vielfältige Potential eines Werks, von einer Idee ausgehend, zunächst nur Bild im Kopf eines Menschen. Es wurde zum ersten Mal 'real' in Form einer ersten Skizze. Und diese schließlich mündete in einer Druckplatte, welche wiederum nur der Ausgangspunkt für ein 'in Form bringen', ein Um-Setzen der Idee in eine andere Dimension ist. Doch hier endet die Metamorphose des Werks noch lange nicht. 

Der andere Blick, den das Medium Fotografie mit sich bringt, und der Kontext des 'Hintergrunds' für die Inszenierung des Werks eröffnen weitere Dimensionen der Erschließung, der Bedeutung des Kunstwerks.

Und schließlich ruft das Werk vor dem Hintergrund des im Gedächtnis der betrachtenden Menschen gespeicherten Wissens, ihrer Emotionen und 'Bilder im Kopf' einen ganzen Kosmos an Interpretationen hervor...

Sonntag, 4. Oktober 2020

Sonntag, 27. September 2020

Sonntag, 20. September 2020

Sonntag, 6. September 2020

...am seidenen Faden - 01

© Foto: Peter Eilers - Kunstwerk: Friedrich von Hülsen
  

In Kürze werden wir an dieser Stelle weitere Aufnahmen dieser Arbeit und ein paar Gedanken zum Werk veröffentlichen...

Dienstag, 28. April 2020

Köln: Kunst im (halb-)Öffentlichen Raum: China Syndrom

Das Foto zeigt die Plakat-Intervention des Künstlers Ivo Weber bei Nacht. © Ivo Weber

Kunst im Öffentlichen Raum war vor dem fragwürdigen, weil verwirrenden Wettbewerb um die schlagzeilenwirksamsten Lockerungen der Corona-Einschränkungen für viele Kulturschaffende eine notwendige Alternative. 

Auch wenn wir noch weit von Normalität entfernt sind und die Frage, was denn bitteschön Normalität (nicht erst im Jahre 2020) sein soll, aktueller denn je erscheint, ist das hier im Folgenden beworbene Plakatwand-Konzept des Künstlers Ivo Weber bemerkenswert. 

Wie wäre es, wenn alle Werbeflächen in einem (Kultur-)Staatsstreich für die Kunst gekapert würden? Kunst-Räte würden die rotierende Bespielung der Säulen, Bildschirme und Plakatflächen bestimmen und statt trister oder hohler Werbemotive wäre der Öffentliche Raum voller künstlerischer Interventionen.

Immerhin. Die Stadt Köln hat einige alte Litfaßsäulen für die Kunst gerettet. Traurige 25 von 200... Diese werden regelmäßig - so regelmäßig, wie das in Köln halt geht - von Kulturschaffenden bespielt. Warum aber bespielt ein kunstschaffender Mensch eine Plakatwand? Weil der Kunstjury-Klüngel wie der Kunstmarkt an sich recht elitär bzw. exklusiv ist? 

Subversiv? Listig oder illegal?

Oder weil er - wie zahlreiche andere vor ihm - die kommerziellen Flächen im Öffentlichen Raum für die ernste Kunst kapern will? Weber verneint Spekulationen wie diese. ''Man könnte sagen,'' antwortet der Künstler listig auf unsere Fragen, ''dass eine Plakatwand mehr immer besser ist.'' Hat er sich also dem Kommerz verschrieben? Totaler Ausverkauf und horrende Plakatmieten für die brotlose Kunst? 

Nein, keine Sorge. Der Künstler hat schlicht und ergreifend selbst die Initiative ergriffen. Er hat diese Plakatwand für sich geschaffen. Hier kann man nun mit Weber - in angenehm ruhiger Atmosphäre mit einem inspirierenden Getränk - über sein Werk, die Kunst und das Leben philosophieren. Auch schön. Das ist ein Experiment im Ausstellungswesen, werden einige nun wohl kunsthistorisch kategorisierend sagen. Oder hat er doch ein slominskieskes Werk geschaffen, dass nur vorgibt eine Plakatwand zu sein?

Ist das Kunst oder Kommerz? Bitte fragen sie den Künstler...

Wir haben bereits über ein Projekt des Kölner Künstlers Weber berichtet, in dessen Kontext er auch Werbeflächen am Kölner Ebertplatz bespielte. Scheinbar hat diese Erfahrung Spuren hinterlassen... Und jetzt, Anfang Mai startet die nächste - also nicht die erste - Plakatkunst-Aktion des Künstlers in Köln, natürlich Corona-gerecht. Mit den folgenden Worten lädt der Künstler dazu ein:    

''Liebe Freunde,
die Plakatwand hat gewechselt.
Zu sehen ist meine Arbeit China Syndrom.

Leider diesmal - Coronabedingt - ohne eine Eröffnung.
Ich möchte Sie/euch einladen, die Plakatwand zu besichtigen.
Bei Anmeldung gerne auch auf einen Kaffee oder Wein - mit Abstand.''



Das Foto zeigt die Plakat-Intervention des Künstlers Ivo Weber mit 4 Corona-gerechten Sitzmöglichkeiten. © Ivo Weber


Service und Links:
Öffnungszeiten: Tag und Nacht von Mai bis Ende Juli
Ort: Hinterhof - Nikolausstraße 69-71 - 50937 Köln

Kontakt: 0170 - 444 62 54 - info@ivoweber.de - www.ivoweber.de

- Infos zum Litfaßsäulen-Kunstprojekt der Stadt Köln, hier

Dienstag, 19. Februar 2019

Köln: Ebertplatz - Waldfegen - noch bis zum 4. März

Das Foto zeigt die Installation der fotografischen Dokumentationen der Waldfegen-Aktionen des Künstlers Ivo Weber © Ivo Weber

Endlich wird da auch mal sauber gemacht... Der zuletzt erfolgreich nicht nur durch Kunstaktionen wiederbelebte Ebertplatz ist wieder Schauplatz, nein, Ausstellungsort! Wir haben zuvor bereits ausführlich über den Kölner Künstler Ivo Weber und dessen Waldfegeaktionen berichtet. Daher hier nur in Kürze das Folgende...

Aktuell ist Weber mit seiner an Land-Art-Projekte erinnernden Waldfegeaktion zu Gast an einem der spannendsten Orte der Rheinmetropole. Wie Sisyphos begann Ivo Weber einst ein abgestecktes Stück Waldboden zu fegen - oder ist es eine Hommage an die Zen-Garten-Kultur? Denn er tat dies nur, um die Fläche nach getaner Arbeit wieder mit Laub zu bedecken und damit in ihren vermeintlichen Ursprungszustand zu bringen.

Nachdem Weber anfangs noch selbst Hand anlegte, gestaltete sich seine Waldfegen-Aktion im Laufe der Jahre mehr und mehr zu einem performativen Akt. Dazu eingeladene Kulturschaffende bestimmten einen Kreis an ''Waldfegearbeitern'', mit denen dann gemeinsam eine von Weber bestimmte Fläche des Waldbodens freigelegt wurde.

Alle Jahre wieder, Tatort Laubwald... 

Dank der fotografischen Dokumentation kann Weber nun die Ergebnisse seiner über zehnjährigen Tätigkeit im Wald im Umfeld der Betonwüste Ebertplatz präsentieren. Ein sehr schöner Kontrast. Nachdem der Künstler zuletzt seine ''Waldfegen-Serie'' prominent in der Kölner artothek präsentierte, gastiert er nun an einem der wohl umstrittendsten Kulturorte der Domstadt. Der Ebertplatz erregte zuletzt bundesweit die Boulevardmedien, Stichwort ausländische Drogenhändler.

Aber die Rolltreppen am Ebrtplatz stehen schon seit Jahrzehnten still - das ist keine Übertreibung. Seit jahren schon beleben Kulturschaffende durch Aktionen und mit ihren Galerien erfolgreich den Un-Ort, der eigentlich viel Potential zum Kult-Ort hat. Passend dazu hat Weber die am Ebertplatz ansässigen Kulturschaffenden dazu eingeladen, ein Stück Wald mit Harken und Rechen zu säubern. Eine meditative Tätigkeit, die Teamgeist und Inspiration wecken dürfte. Wir sind gespannt darauf, zu sehen, wie der Ebertplatz sich unter der Ägide vom listigen Strippenzieher Ivo Weber verwandelt.

Jetzt folgt hier die Pressemitteilung zur Ausstellung und ein unschlagbares Angebot für alle jene, die schon immer mal (brauchbare) Kunst kaufen wollten:

Multifunktionales Kunstwerk, Hommage an die Heimarbeit und Edition des Künstlers Ivo Weber © Ivo Weber

''
Liebe Freunde der Kunst und des Ebertplatzes,

im Zeitraum vom 22. Februar bis zum 4. März 2019 sind für zehn Tage meine WALDFEGE – Arbeiten der letzten drei Jahre auf den Groß-Werbeflächen bei den Kunsträumen am Ebertplatz zu sehen.

Plakatwände  WALDFEGEN der Jahre:
2016 | Die Jäger, Torsten Franz und Team
2017 | Johannes Stahl und Adhoc-Team
2018 | Linda Nadji und Kunsträume Ebertplatz

SPECIAL: Kaffeepause am Ebertplatz
Am Sonntag, den 24. Februar und am Samstag, den 2. März
bin ich jeweils von 14–16 Uhr mit einer Thermoskanne Kaffee
und Keksen vor Ort.


''
PS: Wenn man sich an den Ort begibt und die von Weber angemieteten - so viel zum Thema Kultursponsoring - Plakate anschaut sowie die Reaktionen der Passanten auf die Nicht-Werbung beobachtet, ergeben sich wundersame Szenen. Die Macht der Kunst - oder besser der Irritation ? - weckt auf und ruft bei einigen anhaltendes Staunen hervor...


Service und Links:
- die Website zum Waldfegen-Projekt, hier
- kunstlich.com über Webers Waldfegen-Ausstellung in der Kölner artothek, hier 

- Gerd Mörsch über Themen und Tendenzen im Werk von Ivo Weber, hier  
- die Website von Ivo Weber, hier

Mittwoch, 24. Januar 2018

Performance: CONFESSING ANIMALS - Rosanna Graf - Fr - 26. Januar - 19 Uhr

Tomatensoße? Mit diesem teuflichen Motiv wirbt der Ausstellungsraum des Büros für Brauchbarkeit für die Ausstellung von Rosanna Graf. Mangels Urheberrechtshinweisen spekulieren wir darüber wie folgt © Rosanna Graf / Ausstellungsraum Büro für Brauchbarkeit

Seit Jahren sind sie wieder omnipräsent, unheimlicher, aktiver und daher angsteinflösender als zuvor. In Blockbuster-Filmen, TV-Serien und wohl auch bald im Karneval sind sie unübersehbar: Zombies. Wer weiß eigentlich, dass der Präsident, dessen Namen wir vermeiden, mit und im Kontext von Zombie-TV-Formaten für seinen Wahlkampfschlager Mauerbau warb?

Spannend ist die seit Jahren andauernde Renaissance der Untoten - Spachwitz?! - und wir empfehlen an dieser Stelle nicht nur die neue Ausstellugn von Rosana Graf in Köln. Sondern auch ein sehr kurzweiliges TV-Format von arte. 

In 13 kurzen Beiträgen von knapp 5 Minuten berichten Filmschaffende, Kritiker und Wissenschaftler über das Phänomen Zombie: Warum schlachten Unterhaltungs- industrie und Popkultur das Thema so inflationär aus? Was verrät der Kult um die Untoten über unsere Gesellschaft? 

Zombie versus Arbeitssklave: Wer ist eigentlich gruseliger?

Ganz in diesem Sinne fragen böse Stimmen, ob nicht wir selbst die wahren Zombies sind, ''hirntot erstarrt im fordistisch-industrialisierten Alltag'', wie arte formuliert...Die 13-teilige Serie "Zombinvasion“ ist eine kurzweilge und zugleich kulturhistorisch wie -wissenschaftlich fundierte Treibjagd auf die Menschenfresser. 


Ein Screenshot der arte-Website zur Serie ZOMBIEVASION  © arte

Hier folgen nun einige Zeilen des Kölner Büros für Brauchbarkeit über die kommende Ausstellung von Rosanna Graf, zur Eröffnung am Freitag Abend gibt es Performance:

CONFESSING ANIMALS - Rosanna Graf - Freitag, 26. Januar, 19 Uhr
Performance: Confessing Animals am Eröffnungsabend und  
Filmscreening: Livid Living Corpse, 29. Min., 2017

The body of a human falls into the sand. They are covered in blood. They are crying. They are sobbing. They are starring blankly into the camera or beyond. They are dying.


Die Figur einer sich zum Vampir verwandelnden Person wird von drei verschiede-nen Darstellern verkörpert. Diese als Projektionsfläche, Identifikationsfigur und Metapher nicht tot zu kriegende mythische Figur und die evolutionsartigen Phasen ihrer Transformation(en) eröffnen Fragen der Identität und Zugehörigkeit der Figur, sowie der Inszenierung ihrer Spieler.

Kuratiert von Lisa Klosterkötter.


Service / Links
Vernissage:
CONFESSING ANIMALS - Rosanna Graf
Köln, Freitag, 26. Januar, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: bis 10.03.2018 - Öffnungszeiten: Samstag, 14 - 18 Uhr und auf Anfrage @ AUSSTELLUNGSRAUM DES BÜRO FÜR BRAUCHBARKEIT - Trimbornstrasse 7 - 51105 Köln - 0221-922 6 920 - ausstellungen@brauchbarkeit.de

- mehr über Rosanna Graf, hier
- ZOMBIEVASION, die 13-teilige TV-Serie über die Kultur der Untoten und deren Renaissance in Kino und TV, hier
- kunstlich.com über die Ausstellung David Pollmann - demonstration im Büro für Brauchbarkeit, hier 
- der Facebook-Auftritt für Ausstellungen im Büro für Brauchbarkeit, hier  - Kosmas Nikolaou - kunstlich.com über eine Ausstellung im Büro für Brauchbarkeit (8/2016), hier  
- learning from Athens? - kunstlich.com über eine Ausstellung im Büro für Brauchbarkeit (10/2016), hier

Montag, 22. Januar 2018

Cologne: SOIRÉE SONIQUE #07 mit Frank Dommert, Hubert Steins und Florian Zwissler, Mi 31. Januar

© LTK4 / Rochus Aust

Wir haben an dieser Stelle bereits mehrfach über den Ende 2017 erfolgten Neustart in der Lutherkirche, genauer gesagt im Turm der Kirche in der Kölner Südstadt, berichtet. Das neue Kuratorium konzentriert sich auf klangbasierte Kunstveranstaltungen.

Und das ist sicher eine sinnvolle Erweiterung der Kölner Kulturlandschaft, nicht nur, weil die Domstadt einen weltbekannten Namen für Klangexperimente hat und der Lutherkirchen-Turm sich für solche einfach hervorragend eignet... 

Also kurzum: Überzeugen Sie sich selbst, erkunden Sie einen einmaligen und kaum bekannten Kunstraum in der Kölner Südstadt. Hier folgen nun ein paar Informationen zum akustischen Weihnachtsgeschenk des LTK4 im Rahmen des inzwischen etablierten Soirée Sonique-Reihe: 

SOIRÉE SONIQUE #07:  
Neujahrsempfang und Abschluss der PLATTENSAMMLUNG mit Frank Dommert/Köln (Schallplatten) und Hubert Steins/Köln (Fragmentpartituren 1-6) und Florian Zwissler/Köln (Plattenspieler im Stromorchester)
Mittwoch, 31. Januar 2018, um 18.30h

anschließend Neujahrsempfang und Abschluss der PLATTENSAMMLUNG Drehbare Klangbasierte Künste Installationen · Kompositionen · Klänge · Videos
von Adrian Wellmann/Andreas Bausch, Hubert Steins, Sanne L. Vehling, Florian Zwissler

Service / Links 
SOIRÉE SONIQUE mit Frank Dommert, Hubert Steins und Florian Zwissler
Mi - 31. Januar - 18:30
LTK4 im Lutherturm - Martin-Luther-Platz 2-4 - Köln


Öffnungszeiten der Ausstellung 
nach Vereinbarung unter 0172 4298487

Kommende Veranstaltungen

SOIRÉE SONIQUEimmer am letzten Mittwoch im Monat um 18.30h bei LTK4 im Lutherturm
regionale, nationale und internationale Gäste geben spannende Einblicke in die Klangbasierten Künste (bei Wein und Erdnüssen)
Mittwoch 28.02.2018 · 18.30h #08 mit Han Halewijn, Niklas Seidl und Daniel Verasson
Mittwoch 28.03.2018 · 18.30h #09 mit Simon Rummel
Mittwoch 25.04.2018 · 18.30h #10 mit Vladimir Tarasov

IN FUTURUM · ZUKUNFTSFORMAT: STILLE Stille Klangbasierte Künste 28.02. - 03.03.2018 · Mi-Sa 16-20h
Installationen · Kompositionen · Aufnahmen · Videos von Han Halewijn - Daniel Verasson - Kombüse (Niklas Seidl/Paulette Penje) - Knud Zahidi - John Cage

LANGE NACHT DER STILLE: Kondensierte Stille, Freitag 02.03.2018 · 20-24h
mit Ninon Gloger (Piano) · 20h - Hans Lüdemann (Piano) · 21h - Kristín Kristjánsdóttir (Piano) · 22h - Dušica Cajlan-Wissel (Piano) · 23h

© LTK4 / Rochus Aust

Donnerstag, 18. Januar 2018

Köln-Moskau: Die Simultanhalle zu Gast im Goethe-Institut

Dieses Plakat wirbt in Russland für die deutsche Provinz - das Logo der Simultanhalle in Moskau. Da es keine Urheberrechtshinweise gibt, spekulieren wir und bitten die Rechteinhabenden um Verständnis und Hinweise - Danke © Goethe Institut Moskau / MMOMA / Simultanhalle

Regelmäßigen Lesern unseres Blogs ist der kleine Kunst-Ort im Norden der Domstadt, in Köln-Volkhoven bekannt: Die Simultanhalle, der Moch-Up, die architektonische Mutter des weltbekannten Kölner Museum Ludwig. Wir freuen uns wie Bolle für das aktuelle Kuratorenteam, das die Ehre hat, die Simultanhalle in einer Ausstellung in Moskau zu zeigen...

Es ist eine Kooperation des Moskauer Goethe Instituts mit dem noch recht jungen MMOMA (a.k.a. Moskauer Museum für Moderne Kunst und zu dieser Abkürzung sparen wir uns jeden Kommentar). Daher folgen hier nun ganz schlicht die Zeilen aus der Presseerklärung der Simultanhalle zur Ausstellung in Moskau:
 
''Die deutsche Kunstszene ist nicht nur geprägt von weltweit bekannten Namen und starken Institutionen, sondern auch durch eine lebendige, stetig wachsende Landschaft von selbstorganisierten, nicht-kommerziellen Kunsträumen. Solche Initiativen sind wichtige Impulsgeber für die zukünftigen Programme von Museen und Ausstellungshäusern; in Moskau sind sie bisher jedoch kaum bekannt.

Der "Raum für Kunst", ein gemeinsames Projekt des Goethe-Instituts und des Moskauer Museum für Moderne Kunst (MMOMA), möchte dies ändern. Im neuen Bildungszentrum des MMOMA im Ermolaevskij Pereulok werden bis Ende 2018 unabhängige Kunsträume aus Deutschland zu sehen sein. Eingeladen werden Kunsträume mit verschiedenen Organisationsstrukturen, Finanzierungen und Programmatiken, deren Erfahrungen im lokalen Kontext interessant und nützlich sein können. Über jeweils drei Monate entwickeln sie ihr Programm vor Ort und regen so zu einem Dialog mit Moskauer Kunstinitiativen und Künstlern an.

Den Auftakt macht die „Simultanhalle“ aus Köln, gefolgt vom Leipziger Projektraum "D21" und dem Kunstraum "District" in Berlin. Sie alle präsentieren mobile, sich fortlaufend entwickelnde Programme, die Ausstellungen, Performances, Filmvorführungen und Diskussionen mit der Moskauer Kunstszene einschließen. Neben den künstlerischen Präsentationen geht es dabei immer auch um verschiedene Formen und Möglichkeiten von Selbstorganisation in der Kunst, um Konzepte, Fragen der Finanzierung und das Zusammenspiel mit anderen Akteuren aus der Kunst.

Das Programm der Simultanhalle gliedert sich in drei individuelle Abschnitte, von denen jeder einen bestimmten Aspekt der kuratorischen Praxis der Simultanhalle widerspiegelt.''

Mehr zum Thema, mehr über die Geschichte und das aktuelle Programm der Kölner Simultanhalle findet man hier: www.simultanhalle.de

Mittwoch, 10. Januar 2018

Vernissage: Roland Gätzschmann - compute, 12. Januar - 19 Uhr

Mit diesem Plakatmotiv wirbt der Ehrenfelder ak Raum für die kommende Ausstellung Roland Gätzschmann - compute © Roland Gätzschmann / ak Raum

compute - rechnen, ausrechnen oder berechnen, einen Sinn ergeben, kalkulieren, den Computer bedienen... Von diesen Bedeutungen trifft vor allem eine auf das Werk von Roland Gätzschmann zu: einen Sinn ergeben im Sinne von Logik.

Wir begleiten das Schaffen des Künstlers seit vielen Jahren und sind von seiner Qualität überzeugt, mehr muss an dieser Stele nicht gesagt werden. Eine treffende, etwas unabhängigere Beschreibung, die einen Überblick auf Gätzschmanns Schaffen bietet, liefert der Text von Jens Mentrup, den wir teilweise zitierten, als wir 2010 auf die Kölnberg-Ausstellung verwiesen haben (siehe unten in der Link-Sammlung). 

Auch die Zeilen im Portfolio zur Berliner Ausstellung Roland Gätzschmann - borderline (2016) seien an dieser Stelle empfohlen, denn wir beklagten zuletzt ja das Fehlen von irgendwelchen Informationen zur Ausstellung über Name, Titel und Ausstellungsdauer hinaus...

Spannend sind die Editionen des ak-Raums, bisher ist jedoch nur jene von Klaus Kleine auf der Website der Galerie sichtbar. Interessant wird auch sein, zu sehen, wohin sich der noch recht junge ak Raum in Ehrenfeld entwickeln wird. Nach dem Start Ende 2016 realisierte Agnes Kornas die folgenden 6 Ausstellungen:

- far off lands - KLAUS KLEINE - 10.11.2017-16.12.2017
- Hugging machine (T.G. Throne) - FRANCES SCHOLZ -08.09.2017-21.10.2017
- HALBER ALLTAG - Carte Blanche für Goersmeyer und Kohlmann - 21.07.2017
- THOMAS ARNOLDS - LUFTHAUS - 27.04.2017–24.06.2017
- JOHANNA VON MONKIEWITSCH - 04.03.2017–19.04.2017
- TILO RIEDEL - 13.01. - 25.02.2017
- ERÖFFNUNGSAUSSTELLUNG PAPIER 30.09. - 03.12.2016


In diesem Sinne wünschen wir dem ak Raum und Roland Gätzschmann den totalen Ausverkauf der Ausstellung und viele neue Besucher. Und immer dran denken: Kurs halten, Steuermann...

Service Links
Roland Gätzschmann - compute
12.01.2018–17.02.2018
Eröffnung am 12.01.2018 ab 19 Uhr
Öffnungszeiten: samstags von 12–18 Uhr und nach Vereinbarung @ ak RAUM - Wißmannstraße 30 -
50823 Köln

- die Website des ak Raums in der Wißmannstraße, hier
- die Website des Künstlers Roland Gätzschmann, hier 
- das Portfolio zur Ausstellung Roland Gätzschmann - borderland in der Berliner Galerie KM (2016), hier 
- kunstlich.com über Roland Gätzschmann im Kunstverein Kölnberg (1/2010), hier 
- Roland Gätzschmanns Ausstellung in der Kölner Simultanhalle, hier

Dienstag, 9. Januar 2018

Finissage: David Pollmann - demonstration Donnerstag, 11. Januar, 19 Uhr

Mit diesem Motiv wirbt der Ausstellungsraum des Büros für Brauchbarkeit für die kommende Finisage zur Ausstellung David Pollmann - demonstration. Da es keine Urheberrechtshinweise gibt, spekulieren wir darüber wie folgt und bitten die Rechteinhabenden um Verständnis und Hinweise - Danke © David Pollmann / Ausstellungsraum Büro für Brauchbarkeit

Köln. Kunst. Kalk. Auch diese Ausstellung scheint wie für den umstrittenen, inzwischen bereits gehypeten Stadtteil wie gemacht... Echt, dreckig, arm, so sexy wie Berlin? Wir raten: Machen Sie sich selbst ein Bild. Ein Spaziergang ausgehend von Kalk-Post zum Beispiel. Denn natürlich ist Kalk viel mehr als das Klischee und die Summe der Gerüchte...  

Nur eines ist sicher: Im Verhältnis zu anderen Kölner Stadtteilen kann man und Frau hier noch faire Mieten finden. Noch... Kalk boomt, wird seit Jahren gentrifiziert, wie man heute so schön schlau und vermeintlich korrekt sagt. Nicht nur in New York entdecken Künstler und Studierende spannende Orte mit Potential und sind aus dieser Perspektive quasi die Avantgarde des Immobilienmarktes. Nee, nee, nee, eher brennt die BVG...

Von Ehrenfeld lernen?  

 
In Kalk sind bereits einige spannende Orte wieder verschwunden, ein klares Indiz für einsetzenden Mietwucher...E
ine kippenbergerwürdige Kneipe in einer Autowerkstatt wurde auch schon geschlossen. OK, zugegeben, der Grund war nicht die Polizei und auch nicht das Ordnungsamt... Aber die dortigen Veranstaltungen sind schon jetzt legendär...

Aber lassen wir das nun einmal das beiseite. Konzentrieren wir uns auf die inspirierenden Dinge des Lebens: Kunst zum Beispiel... In der Kalker Trimbornstraße werden schon seit einigen Jahren bemerkenswerte Ausstellungen internationaler, zeitgenössischer Künstler und Designer im Büro für Brauchbarkeit präsentiert. Das aktuelle Projekt im Ausstellungsraum des Büros für Brauchbarkeit wird mit den folgenden Zeilen beworben:

''Aufbruch im doppelten Wortsinn: Nach einem Verkehrsunfall mit daraus resultierendem Beinbruch startet der Berliner Künstler David Pollmann neu und gibt Einblicke in seinen aktuellen Arbeitsprozess - mit Skizzen, Notizen, Malereien und Videoaufzeichnungen. Seine Arbeiten sind inspiriert von verschiedenen Künstlerbiografien, Gedanken zur inszenierten Wirklichkeit und dem Prinzip des Spiels. Die Ausstellung ist als begehbares Recherchebuch angelegt, ohne fertigen Werkanspruch.


In Kooperation mit dem Tänzer Uwe Brauns und dem Musiker Jean Philippe Feiss werden während der Vernissage Interaktionspotenziale für das Publikum gesetzt werden. Selbstformuliertes Ziel des Künstlers ist eine neue Performance - Installation für 2018. Seine Arbeit "Circular Angles" wurde u.a. im Tanzhaus NRW im Rahmen von "Now & Next" gezeigt.

Zum Abschluss der Ausstellung wird der Tänzer Uwe Brauns noch einmal Kontakt zu den geschaffenen Objekten aufnehmen, diesmal in einer etwas abgewandelten Art und Weise.


Kuratiert von Florian Müller.''

Psssst: Kunstkauftipp: Pollmanns Gips-Objekte können während der Finissage erworben werden...

Der Ausstellungsraum des Büro für Brauchbarkeit befindet sich in der Trimbornstr. 7 in Köln-Kalk. Die Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Designer werden kuratiert von Martina Höfflin, Florian Müller, Simon Roth und Julius Terlinden.

Service / Links

Finissage: David Pollmann - demonstration
Köln, Donnerstag, 11. Januar, 19 Uhr


Öffnungszeiten: Samstag, 14 – 18 Uhr und auf Anfrage @ AUSSTELLUNGSRAUM DES BÜRO FÜR BRAUCHBARKEIT - Trimbornstrasse 7 - 51105 Köln - 0221-922 6 920 - ausstellungen@brauchbarkeit.de
ACHTUNG - Lobenswert: Kunst zum fairen Preis - Die Gips-Objekte können während der Finissage erworben werden.

- die Website zur Ausstellung David Pollmann - demonstration, hier 
- der Facebook-Auftritt für Ausstellungen im Büro für Brauchbarkeit, hier  - Kosmas Nikolaou - kunstlich.com über eine Ausstellung im Büro für Brauchbarkeit (8/2016), hier  
- learning from Athens? - kunstlich.com über eine Ausstellung im Büro für Brauchbarkeit (10/2016), hier

Donnerstag, 4. Januar 2018

Märchenhaft? 1001 Bilder? Ausstellungstipp Enschede - Vernissage 6. Januar

Statt 1001 Nacht 1001 Bilder - märchenhaft... Mit diesem Motiv wirbt der Kunstruimte Villa de Bank in Enschede für die kommende Ausstellung. Doch da es keine Urheberrechtshinweise gibt, spekulieren wir darüber wie folgt und bitten die Rechteinhabenden um Verständnis und Hinweise - Danke © Unknown artist / Kunstruimte Villa de Bank

Das Märchen aus 1001 Nacht sind ein Klassiker der Weltliteratur, so wie die nicht minder berühmten Sammlungen der Brüder Grimm. Und wie letztere handelt es sich bei denen aus 1001 Nacht um eine Sammlung. Von einem Menschen auszugehen, der all diese fantastischen Geschichten erfand, wäre so kühn wie zu behaupten, die Bibel sei aus einer Hand entstanden...

Aber jetzt zurück zur bildenden Kunst. Warum diese Einleitung? Na ja, die Ausstellungsmacher aus Enschede, vom Kunstraum Villa de Bank, haben sich für den Titel '1001 Bild' für ihre aktuelle Gruppenausstellung entschieden und da liegt ein Verdacht nahe...

Platz für Spekulationen ...

Schade ist, dass der Kunstraum gar keine Informationen von sich gibt, weder in niederländischer noch in deutscher Sprache, von Englisch mal ganz zu schweigen... Aber wir wissen um die prekären Situation im Kunstbetrieb, auf der lokalen wie internationalen Ebene - so wie Roger Buergel im Gespräch mit Vladimir Balzer für Deutschlandfunk Kultur endlich mal ehrlich bekannte.

Alle schimpfen über die Bilanz der documenta 14, aber wer schaut wirklich hinter die Kulissen, macht sich die Mühe über Stammtisch-Urteile hinaus zu denken? Leider immer weniger... Deshalb sei das Interview mit Roger Buergel, dem künstlerischen Leiter der ebenfalls sehr umstrittenen, von der Kritik meist vernichteten documenta 12, an dieser ausdrücklich (!) empfohlen. 

Die heilsame Kraft der Fakten...

Man findet das Buergel-Interview auf unserer Facebook-Seite und natürlich auf der Website von Deutschlandfunk Kultur (Fazit, 3. Januar). Jetzt aber zurück in die Niederlande, denn die sind von Rheinland ja nur einen Katzensprung entfernt. Und dort, direkt an der Grenze, in Enschede wird am Wochenende ein Gruppenausstellung eröffnet.

Zugegeben, viel mehr als die Namen der beteiligten Künstler wissen wir nicht, wie oben erwähnt scheint der Kunstraum keine Zeit, kein Personal für Text a.k.a. Pressearbeit zu haben, aber solche Phänomene kann man auch bei einer documenta kritisieren, also sind wir mal nicht so streng...

An und in dieser Ausstellung sind die folgenden kunstschaffenden Menschen beteiligt: Dragutin Banic - Sarah Buckner - Ralph Hauser - Stanislava Kovalcikova - Jürgen Malcherek - Sam Rountree Williams - Dorothea Stiegemann - Oliver Blum - Egor Galouzo - Julian Kirchner - Paul Maciejowski - Jochen Mühlenbrink - Simone Rudolph - Joseph Sracic  

Das Ausstellungprojekt '1001 Bild vol. II' wird von Simone Rudolph
kuratiert, die gleich selbst als Künstlerin Teil ihrer Ausstellung ist. Aber jetzt bitte keine vorschnellen Urteile, auch solche Phänomene gibt es bei so international bedeutsamen (wenn auch unterfinanzierten ;-) Großprojekten wie der documenta. Über den Klüngel in Münster wollen wir mal nichts schreiben, denn die blamieren sich ja noch immer mit dem unsäglichen Streit um Kunst oder Label...

Also auf zu neuen Ufern, nach Enschede, sicherlich ein schöner Ausflug fürs Wochenende!



Mit diesem Motiv wirbt der in Enschede vertretene Künstler Dragutin Banic für sich und seine Werke auf seiner Website. Wir spekulieren über das Urheberrecht wie folgt und bitten die Rechteinhabenden um Verständnis und Hinweise - Danke © Dragutin Banic

Service und Links
1001 Bild - vol. II
Eröffnung: 6. Januar 16 -18 Uhr
Ausstellungsdauer: 10. Januar - 17. Februar 

Öffnungszeiten: Mi - Sa 14 - 17 Uhr

Kunstruimte Villa de Bank - Espoortstraat 182 - 7511 CM Enschede - The Netherlands -
www.villadebank.nl
 

- die Website des Kunstraums Villa de Bank, hier
- die Website des Künstlers Dragutin Banic, hier
- Informationen über Simone Rudoplh bei artward.de, hier

- Tilman Spreckelsen über die Entstehung der Märchen aus 1001 Nacht, hier

Dienstag, 2. Januar 2018

Münster: Dorthe Goeden - SAME SAME but different - noch bis zum 20. Januar

Das Bild zeigt das Cover der aktuellen Publikation 'Wildwuchs und Ordnung' der Künstlerin Dorthe Goeden. © Dorthe Goeden, VG Bildkunst / Thorsten Arendt / Toni Becker-Glajcar

Auch außerhalb des Super-Kunstjahres passiert was in Münster. Aktuell zeigt die dst.Galerie in einer Gruppenausstellung Werke der Künstlerin Dorthe Goeden, die wir seit vielen Jahren begleiten. Goeden ist 2017 ein weiterer Coup gelungen: Das Land Rheinland-Pfalz entschied sich für ihr Konzept für ein umfangreiches Kunst-am-Bau-Projekt.

Es ist der zweite derartige Auftrag für Dorthe Goeden. Wer die Werke der Künstlerin außerhalb von traditionellen Ausstellungsräumen erleben will, kann dies nun in zwei Institutionen in Rheinland-Pfalz tun. Das Bundesland hat sich mit seiner klaren Kunst-am-Bau-Strategie und der beachtenswerten Datenbank für diese vielen kaum bekannte Kunstsparte zum Vorbild in der Bundesrepublik entwickelt.

Darüber haben wir bereits Anfang des Jahres 2017 berichtet und verweisen daher nur auf den Link zu diesem Artikel weiter unten. Hier folgen nun ein paar Zeilen aus der aktuellen Publikation der Künstlerin Dorthe Goeden über ihr spannendes Kunst-am-Bau-Projekt:
 
Ein vielschichtiger Prozess

Die ‚Wildwuchs und Ordnung‘ genannte Auftragsarbeit von Dorthe Goeden, die sie für den Kunst am Bau-Wettbewerb des Landes Rheinlandpfalz entwarf und für die sie den Zuschlag erhielt, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie zeitgenössische Kunst moderne Architektur dauerhaft bespielen kann.

Die für den Neubau eines Justizgebäudes in Bad Kreuznach konzipierte, 8-teilige Arbeit besteht aus 11 verschiedenen, graphischen Bruchstücken, die Goeden zu neuen, wandfüllenden Collagen kombinierte. Bei den zunächst monochrom anmutenden, schwarzen Plastiken handelt es sich um aufwändig produzierte Laserschnitte aus 2 Millimeter dünnem Stahlblech.

Mit diesen großformatigen, auf den ersten Blick abstrakt wirkenden Werken bespielt die Künstlerin bewusst nur transitorische Bereiche des Gebäudes. Sie nutzt vor allem Flurbereiche und andere von starkem, natürlichem Lichteinfall gekennzeichnete Zwischenräume und ergänzt die vorhandene, schlichte, weil von klaren geometrischen Strukturen charakterisierte Architektur, ohne sie dabei zu verändern.

Harmonie


In der griechischen Philosophie meint der heute weitläufig verwendete Begriff der Harmonie die Vereinigung von Entgegengesetztem zu einem (höheren) Ganzen. In genau diesem Sinne gelingt es Dorthe Goeden, mit ihren Arbeiten einen produktiven Kontrast zur klaren Handschrift des Architekten zu setzen. Architektur und Kunst befruchten sich, schaffen gemeinsam ein ästhetisches Erlebnis. 
 

(...)

Der komplette Text wird in Kürze auch über die Kunsttexte-Datenbank ART-Dok der Universität Heidelberg abrufbar sein. Viel schöner als das PDF ist aber natürlich die Publikation, die zu einem fairen Preis zu erwerben ist (siehe unten).      

Das Foto zeigt die aktuelle Publikation 'Wildwuchs und Ordnung' der Künstlerin Dorthe Goeden. © Dorthe Goeden, VG Bildkunst / Thorsten Arendt / Toni Becker-Glajcar

Service / Links
Dorthe Goeden in der Gruppenausstellung 'SAME SAME – but different'
noch bis zum 20. Januar
dst.galerie - Hafentrasse 21 - Münster

Hier folgen Informationen über die Publikation 'Wildwuchs und Ordnung' zum aktuellen Kunst-am-Bau-Projekt von Dorthe Goeden für das neue Justizzentrum Bad Kreuznach:

Wildwuchs und Ordnung
32 Seiten, Format: 22 x 31 cm, Textbeitrag: Dr. Gerd Mörsch, Fotografien: Thorsten Arendt, Gestaltung: Toni Becker-Glajcar, Herstellung: Druckerei Kettler
Preis: 10 € (zzgl. Porto)
Bestellung per E-Mail unter www.dorthegoeden.de/kataloge

- die Website der Künstlerin Dorthe Goeden, hier
- die Website der Münsteraner dst.Galerie, hier 

- die neuen Kunst-am-Bau-Arbeiten von Dorthe Goeden auf der Website der Datenbank des Landes Rheinland-Pfalz für Kunst am Bau, hier
- kunstlich über die Ausstellung von Dorthe Goeden in Wesel (672017), hier
- kunstlich über die Kunst-am-Bau-Datenbank (1/2017), hier
- Texte über Dorthe Goeden bei ART-Dok, hier 

Montag, 11. Dezember 2017

Ausstellungstipp: Wir leben hier - Eröffnung 7. Januar

Mitten unter uns - Wir leben hier - mit dieser Fotocollage wirbt die Künstlerin für die kommende Ausstellung in Köln © katharinajej

Die Arbeit der Kölner Künstlerin katharinajej wurde an dieser Stelle bereits mehrfach vorgestellt, meist Performances wie zuletzt etwa die performative Intervention 'In der Firma' - eine Kooperation von katze und krieg mit Clark Beaumont in Köln.

Im neuen Jahr präsentiert die
Künstlerin katharinajej Videoporträts von Ankommenden und Einheimischen der Geisselstraße in Köln-Ehrenfeld. Hier folgen nun einige Zeilenaus der Presseerklärung zum Ausstellungsprojekt:

'Vom 7.1.2018 - 4.2.2018 zeigt die Künstlerin katharinajej Videoporträts von ankommenden Menschen aus der Flüchtlingsunterkunft Geisselstraße in Köln Ehrenfeld sowie von schon länger in der Straße lebenden Menschen. Die Videoporträts offenbaren die Gesichter der Gefilmten und werden täglich von 17 - 20 Uhr in der Geisselstraße 15 zu sehen sein.
 

Die öffentliche Projektion macht sichtbar, wer in der Geisselstraße wohnt. Gesichter, die zumeist versteckt in den Häusern bleiben oder die man, wenn man ihnen auf der Straße begegnet, nicht länger als eine Sekunde betrachtet, können nun gesehen und vertrauter werden. Menschen, die nebeneinander wohnen und selten in Kontakt kommen, treten in der Projektion in zeitliche Nähe zueinander und teilen sich einen Ort.

Die Länge der Aufnahmender einzelnen Gesichter macht es Passanten und Anwohnern möglich, die sich entfaltende Seele und Schönheit des jeweiligen Menschen, egal welcher Herkunft, wahrzunehmen. Die Straße zeigt Gesicht.'

Hintergrund

katharinajej (*1982 in München) studierte in München, Valencia und Braunschweig Bildende Kunst und Performance. Sie schloss ihr Studium mit dem Diplom und Meisterschüler ab. Seitdem lebt sie als freischaffende Künstlerin in Köln und verrückt durch ihre Interventionen unser alltägliches Leben. 

An Orten von Fremdheit kreiert sie Raum für Begegnung. So lädt sie 2017 zu einer entschleunigten Rikschafahrt von Jung und Alt ein, gründet deinen fluchtort im öffentlichen Raum in Köln und besucht als Stern gefolgt von den drei Königen (Geflüchtete aus dem Nahen Osten) die Haustüren der Menschen. In den Jahren zuvor nistete sie sich in deinem Zuhause für das selbstinitiierte Performance-ZuHause-Festival in Köln und Buenos Aires, Argentinien, ein oder spannte eine Hängematte zwischen Verkehrsschild und Straßenlampe auf, um dich auf einen Moment von Himmel einzuladen.

Zusammen mit Julia Dick ist sie seit 2007 das Performance-Duo katze und krieg. In größter Entschleunigung gehen sie gemeinsam im wunderschönen Ballkleid bei Aldi einkaufen, rütteln laut schreiend an Laternen und Zäunen um das Animalische wiederzuerwecken, oder eröffnen mitten in der Fußgängerzone ein Geschäft, in dem sie Performances verkaufen, die sämtliche Bedürfnisse erfüllen. Sie intervenieren im deutschsprachigen und internationalen Raum, im Rahmen von vielen Festivals.'

Service / Links

WIR LEBEN HIER
Vernissage 7.1.2018 - 17 Uhr
Geisselstraße 15 - Köln
Die Projektion ist vom 7.1.18 - 4.2.18 täglich von 17 bis 20 Uhr zu sehen.
Kontakt: katharinajej@yahoo.de - 0176 78 499 805

www.katharinajej.de
www.katzeundkrieg.de

Sonntag, 3. Dezember 2017

Köln - Kunst am Bau: Dragutin Banic - John Fante - Die Weiterfahrt verzögert sich um einige Minuten...


Kunst im öffentlichen Raum oder genauer Kunst am Bau ist häufig eine langfristige Angelegenheit. Der Kölner Kunstraum FUHRWERKSWAAGE spielt an einem Teil seiner Fassade mit diesem Thema und lädt regelmäßig Kunstschaffende dazu ein, die Westwand mit einer Arbeit zu bespielen. 

Der den regelmäßigen Lesern unseres Blogs bekannte Kölner Künstler Dragutin Banic wurde vom Kunstraum FUHRWERKSWAAGE nun beauftragt, in der Reihe der Westwand-Lichtinstallationen die 12. Ausgabe zu konzipieren. Glückwunsch!
 

Das Konzept von Lichtinstallationen an der Westwand des im Kölner Süden angesiedelten Kunstraums gibt es seit 2005. Immer im dunklen Dezember intervenieren Künstler jeweils für einen Monat an diesem Ort mit einer Arbeit, die von 7 Uhr morgens bis 23 Uhr abends zu sehen ist.  

Kunstwerbung?

Das Besondere an diesem Ort ist seine Position nahe der Kölner Stadtbahn-Linie 16, welche die Domstadt mit Bonn verbindet und deren Haltestelle vis-a-vis der Fuhrwerkswaage liegt. Hier verharren Straßenbahnen regelmäßig einen Moment bis zur Weiterfahrt nach Köln oder Bonn. Dieser Stopp im städtischen Fluss bietet den Nutzern der Bahn die Gelegenheit, die jeweilige künstlerische Intervention zu Betrachten. 

Alleine im Monat Dezember sind dies annähernd 250.000 Menschen, verkündet die Fuhrwerkswaage stolz in ihrer Presseerklärung zur Ausstellung. Diese 'Besucherzahl' kann sich natürlich sehen lassen und wir möchten an dieser Stelle anmerken und die Verantwortlichen der Fuhrwerkswaage darauf hinweisen, dass sich zahlreiche innovative Vermittlungskonzepte für diese beachtliche Zahl an diesem Ort vorstellen lassen...  

Neben der Westwand-Lichtinstallation wird auch eine Gruppenausstellung eröffnet, in der Dragution Banic vertreten ist. Hier folgen nun einige Zeilen aus der Presseerklärung der Fuhrwerkswaage:

 
'KUNSTLICHT aus der Sammlung Lisa und Stephan Oehmen

Das Verhältnis von Kunst und Design ist ein mitunter gespanntes, Vertreter beider Sparten neigen dazu sich jeweils von der anderen abzugrenzen. Gleichwohl gibt es immer wieder Grenzüberschreitungen - häufig vom Künstler zum Design.

Eine finale Spartenzuordnung der 'Resultate' entzieht sich jeder wissenschaftlichen Logik. Meist ist die Einordnung Kunst/Design letztlich dem Betrachter überlassen.

Aus der Sammlung Lisa & Stephan Oehmen werden Skulpturen vorgestellt, die mehr oder weniger intensiv den Charakter von Leuchten haben, also Licht geben. Mitunter sind sie sogar eindeutig als 'Lichtspender' deklariert.

Eine treffliche Gelegenheit für den Besucher, neben dem Betrachten und der Wirkung der allesamt ungewöhnlichen und wunderbaren Kunstwerke, eine persönliche spartenmäßige Positionierung vorzunehmen - bzw. diese zu diskutieren.'

Die in der Gruppenausstellung vertretenen Künstler sind: Dragutin Banic - Anna Fasshauer - Claus Föttinger - Andreas Gurski - Gregor Hildebrandt - Friedrich Kunath - Alexej Meschtschanow - Meuser - Michael Müller - Hartmut Neumann - Werner Reiterer - Andreas Schulze - Koen Van den Broek - Geerten Verheus

Service / Links 

Dragutin Banic - John Fante
3.12. - 31.12.2017
Eröffnung: 3.12. - 16 Uhr
FUHRWERKSWAAGE Kunstraum - Bergstrasse 79 - Köln
www.fuhrwerkswaage.de

Mittwoch, 29. November 2017

Aachen - Ludwig Forum: dis/order - Art and Activism in Russia since 2000

Dieser Screenshot der Website des Aachener Ludwig Forums zeigt Katrin Nenashevas Aktion 'Between here and there', eine VR-Performance in Moscow 2017. © Ludwig Forum, Katrin Nenasheva, Foto: Natalia Budantseva.

Dass wir ein schwieriges Verhältnis zu Russland haben, ist nicht erst seit der Besetzung der Krim so, nur deutlicher als je zuvor. Andererseits ist die Bedeutung Russlands für die Bundesrepublik auch durch die große Anzahl von Bürgern enorm, die eine familiäre Beziehung, einen individuellen Bezug zur ehemaligen Sowjetunion haben.

Und auch nicht erst seit dem - vor allem im Osten - grassierenden Lügenpresse-Phänomen und der letzten Wahl in den U.S.A. ist politisch Interessierten bewusst, dass es eine interessante Diskrepanz zwischen dem Russland-Bild westlicher Medien und dem in den russischen Medien gibt. 

Fake-News: Wer lügt eigentlich mehr?

Die Aachener Ausstellung hat viel (politisches) Potential und verdient Lob bereits aufgrund der Tatsache, dass sich bedeutende Ausstellungshäuser diesem durchaus heiklen Thema scheinbar nicht widmen wollen. Oder haben wir da was übersehen?

Hier folgen nun grundlegende Informationen vom Aachener Ludwig Forum zur Ausstellung dis/order - Art and Activism in Russia since 2000:

'Zeitlich eingerahmt vom hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution und den Präsidentschaftswahlen in Russland im März 2018 blickt das Ludwig Forum auf Situationen und Formen des Politischen in der zeitgenössischen Kunst Russlands. Im Gegensatz zu den 1990er-Jahren war die Zeit seit dem ersten Amtsantritt Wladimir Putins im Jahr 2000 durch einen wachsenden staatlichen Druck auf sozial und politisch engagierte Kunst geprägt. 

Viele der zumeist in den 1980er-Jahren geborenen KünstlerInnen der Post-Perestroika-Generation entwickelten unterschiedliche Strategien des künstlerischen Widerstandes gegen die Repressionen der „gelenkten Demokratie“, die von subtilen Äußerungen bis hin zum offenen Protest reichen. Ihre Handlungsfelder sind hierbei insbesondere der öffentliche Raum und das Internet. 

Die Bandbreite der künstlerisch-aktivistischen Positionen reicht von kritischen Gesellschaftsanalysen über politische Aktionen, die in einer evidenten Nähe zum politischen Aktivismus oppositioneller Bewegungen stehen, bis hin zu gesellschaftspolitischen Utopien. Die Ausstellung ist einerseits chronologisch und andererseits nach Aspekten aufgebaut, die bestimmte künstlerische Arbeiten und Aktivitäten kontextualisieren. 

Stichwortgebend sind z.B. das Erbe des Kommunismus, Anarchismus und Punk-Kultur, Feminismus und Stereotypen sowie die Unterstützung von Migranten und Minderheiten in Russland. Hierbei stellt sich stets die Frage nach den Grenzen zwischen Kunst und Aktivismus – nach ihren Strategien und Bewegungen. 

Begleitet werden die künstlerischen und aktivistischen Positionen von Zeitdokumenten, die beispielsweise die Geschichte der zensierten Ausstellungen „Achtung, Religion!“ (2003) und „Verbotene Kunst“ (2007) nacherzählen, und einem Zeitstrahl, der wichtige politische und künstlerisch-aktivistische Ereignisse von 2000 bis heute veranschaulicht.

KünstlerInnen der Ausstellung: Blue Noses, Bombily, Chto Delat, FFC (The Factory of Found Clothes), Gluklya (Natalia Perschina-Jakimanskaja), Gogol’s Wives, Olga Jitlina, Alisa Joffe, Alexej Jorsch, Maria Kiseljewa, Viktoria Lomasko, Artjom Loskutow, MediaImpact, Denis Mustafin/ Wlad Tschischenkow/ Georgi Dorochow, Nadenka Creative Association, Katrin Nenaschewa, Anatoli Osmolowski/ Nongovernmental Control Commission, Partizaning, PG Group, Pussy Riot, Queer-Feminist Affinity Art Group „Unwanted Organisation“, #quietprotest, Radek Community, Timofei Radia, Polina Rodrigues, Sweta Shuwajewa, Shvemy Sewing Cooperative, The Trade Union of Street Artists, Tsvetafor, Urbanfeminism, Verhotura and Friends, Woina/Moskau, ZIP Group.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die im Frühjahr 2018 im Goethe-Institut St. Petersburg präsentiert wird.

KuratorInnen der Ausstellung: Holger Otten und Tatiana Volkova'

Service und Links Art and Activism in Russia since 2000
noch bis zum 18. Februar

@ Ludwig Forum Aachen
Jülicher Straße 97–109
52070 Aachen
Tel. 0241 1807-104 - info@ludwigforum.de

Öffnungszeiten Di-So 10-17 Uhr sowie Do 10–20 Uhr
lobenswert: Eintritt frei für alle unter 21 Jahren und jeden Donnerstag ist generell freier Eintritt!

- die Website des Aachener Ludwig Forums zur Ausstellung dis/order, Art and Activism in Russia since 2000, hier
- die Süddeutsche Zeitung über die Ausstellung Art and Activism in Russia, hier