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Freitag, 14. Juli 2023

Sonntag, 11. Juni 2023

Sonntag, 14. Mai 2023

Dienstag, 28. März 2023

Samstag, 25. September 2021

Wählen gehen!

 Das Copyright für alle hier abgebildeten Kunstwerke liegt bei der CDU und den Menschen, die ihre kreativen Kapazitäten in den Dienst jener - für die Entwicklung von CDU-Produkten wie den hier gezeigten - stellten.

Ein Screenshot eines faszinierenden Films, siehe https://www.youtube.com/watch?v=CyH49o5uQ5Q
 








Montag, 20. November 2017

Tatort Münster: Die Würde der Kunst oder Kunstlabelkunst...

Im Juni 2016 sandte ein unbekannter Künstler/Kritiker uns diese Postkarte, eine Collage, ein (kunst-)politischer Kommentar. Material: Schwarzer Stift auf LWL-Postkarte © Lange Nacht der Museen, Foto Elisabeth Deiters-Keul.

Nach dem TV-Tatort nun die kunstpolitische Fortsetzung... Piene und das Label

Ein Screenshot der Website der Initiative NO!LOGO

Sehr geehrte lesende Menschen, wir begrüßen Sie an dieser Stelle aus aktuellem Anlass mit einer Sonderberichterstattungskurzmeldung aus Münster. Nach dem gestrigen Tatort von wohl eher fragwürdiger Qualität, widmen wir uns einer aktuell wieder sehr lebendigen Diskussion...

Darf eine öffentliche, eigentlich gemeinnützige Institution nachträglich ihr Logo in ein Kunstwerk integrieren lassen? Und das fernab von der Frage, wie diese Institution sich mit solchen Aktionen noch glaubhaft als eine sich für Kunst und Kultur sensibel einsetzende darstellen möchte... 

Also nochmal kurz und knapp für alle: Darf ein Logo im Nachhinein in ein prominentes Kunstwerk 'reingebaut' werden? Ist das Kunst oder nur Kunst am Bau? Über solche Fragen wird nicht nur in Münster - dem Tatort dieser, vorsichtig formuliert, fragwürdigen Aktion - seit nunmehr vielen Jahren gestritten.

Hier folgen abschließend einige Zeilen aus einer recht aktuellen Presseerklärung der Initiative NO!LOGO, die das Münsteraner Kunstwerk vom Logo befreien und so der Kunst ihre Würde zurückgeben möchte: 

''Sehr geehrte Damen und Herren,

der Streit um das Logo in der „Silbernen Frequenz“ von Otto Piene eskaliert. Gestern ist zu diesem Thema ein Vorabdruck eines Interviews mit Professor Dr. Erich Franz erschienen, das in der aktuellen Ausgabe #7 des Magazins Münster Urban veröffentlicht wird. In der entscheidenden Planungsphase für die Integration des Logos war Franz direkter Ansprechpartner von Otto Piene. Seine präzisen Erinnerungen sind für alle Unterstützer unserer Initiative deshalb von großem Interesse.

Des weiteren fügen wir eine gemeinsame Erklärung der Freunde des LWL-Museums für Kunst und Kultur, des Westfälischen Kunstvereins und der Initiative NO!LOGO zu diesem Thema bei. Über die weitere Entwicklung werden wir Sie informieren.
 

(...)

Heute hat sich nun auch der langjährige Direktor des Westfälischen Landesmuseums Münster, Professor Dr. Klaus Bußmann mit einem Statement zur aktuellen Diskussion in der Causa Piene positioniert. Nähere Details entnehmen Sie bitte der Website.

Initiative NO!LOGO - Respekt für Kunst

vertreten durch: Dr. Harald Paulus und Dr. Peter Krone - info@initiative-no-logo.de www.initiative-no-logo.de''

Service und Links
Die Initiave-No-Logo sammelt alle aktuellen Positionen und Veranstaltungstipps zum Streit um Kunst und Label, die oben erwähnten Texte und Interviews finden Sie hier

- der Tatort: das LWL-Museum für Kunst und Kultur
es schadet sicher nicht, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen, hier für alle die das tun wollen das Grundlegende bzw. die Adresse, Kontaktdaten etc: 
Domplatz 10 - 48143 Münster - 0251 5907 201 - museumkunstkultur@lwl.org 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an den Feiertagen 10 - 18 Uhr 
Lobenswert: Am zweiten Freitag im Monat ist das Museum bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist an diesem Tag frei.

Recherche / Stimmen zum Thema
- Gebt der Kunst die Würde zurück, kunstlich.com und die geschickte, weil medienwirksam parallel zur nahenden Eröffnung der Skulptur Projekte platzierte, Pressemitteilung der Initiave-No-Logo, hier
- kunstlich.com: Die PKK vom Juni 2016 über das LWL Logo in Münster, hier
- kunstlich über Museen als Repäsentationsmaschinen (4/2016), hier - www.kunstlebt.org und www.initiative-no-logo.de 
- Silberne Frequenz - Martin Schmidl über die Integration des LWL-Logos in Pienes Kunstwerk, hier 
- LWL-blog zum Thema, hier
- LWL-Presseerklärung zum Abbau der Piene-Arbeit, 2009, hier
 - Architekt Volker Staab über den LWL-Neubau, BAUWELT Nr. 35/2014, hier 
-
LWL-Presseerklärung zur Installation der Silbernen Frequenz, 2014, hier 
-
die Haltener Zeitung über den Münsteraner Kunst-Skandal, 28.5.2010, hier
-
die Münstersche Zeitung über den Kunststreit, 13.11.2014, hier
-
die
Westfälischen Nachrichtender über Kunst und Werbung, 13.11.2014, hier   
-
retrospektiven über Piene und die Silberne Frequenz, 14.6.2015, hier
-
kritikmuenster über den LWL und Pienes Lichtinstallation, 10.6.2016, hier

Donnerstag, 19. Oktober 2017

passt zum Thema...

Klaus Staeck: "Uniwersitäten", 1997 Quelle: kulturpolitische Zeitschrift von VERDI, www.kunstundkultur-online.de/kuenstler.html © Klaus Staeck

Mittwoch, 20. September 2017

Von wegen langweilig, es geht um sehr viel... Also informieren und wählen!


Ein Screenshot von www.betweenbridges.net © betweenbridges.net

Wir haben an dieser Stelle bereits ausführlicher die kommende Wahl mehr oder weniger deutlich kommentiert. Das Wichtigste - wie nicht nur die Ergebnisse in anderen Ländern, sondern auch Wahlforschungen hierzulande zeigen - ist eigentlich ganz einfach: Wählen! Nur so werden die eigenen Interessen gemäß den demokratischen Regeln indirekt gespiegelt.
 
Als Orientierungshilfen empfehlen wir die Deutschlandfunk-Analysen der Wahlprogramme - siehe dazu unseren Facebook-Auftritt. DLF hat sich die Wahlprogramme zunächst ganz generell einmal vorgenommen und analysiert. Dann wurden sie für ein anderes Format mit Blick auf das Thema Kultur hin abgeklopft. 

Und dann - besonders empfehlenswert - sind da noch die fiktiven Reden, die Literaten für alle Parteien geschrieben, sehr schön... Hier zum Schluss noch zwei breit gefächerte breit besetzte Diskussion, die wir zum Nachhören empfehlen möchten. Denn es geht schließlich um sehr viel, da kann man sich auch mal 45 Minuten lang eine fundierte Diskussion anhören und auf einen Teil einer Serie am Abend verzichten...

- Der Blick von außen 

Frankreich sähe eine schwarz-gelbe Koalition kritisch, Polen hofft auf Kontinuität, Großbritannien vermisst zentrale Themen im Wahlkampf. Die Bundestagswahl am kommenden Sonntag wird weit über Deutschlands Grenzen hinaus registriert werden.

Unter der Leitung von Volker Finthammer Burkhard Birke diskutieren: Jeremy Cliffe,
(Großbritannien) Leiter des Berliner Büros, The Economist,  Matthew Karnitschnig (USA), Europäischer Chefkorrespondent, POLITICO, Rosalia Romaniec (Polen), Redaktionsleiterin Östliches Mitteleuropa, Deutsche Welle und Pascal Thibaut (Frankreich), Korrespondent, Radio France Internationale
- der Link zum Nachhören hier
 

- Streitthema Soziales - Deutschland wählt in Europa

Ob handschriftlich oder gedruckt - das "soziale Europa" zählt zu den Versprechen im Wahlkampf 2017. Neu ist die Zusage nicht. Was lebt Deutschland den Nachbarn in Europa vor?

Unter der Leitung von Volker Finthammer diskutieren Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Dierk Hirschel, Chefökonom der Gewerkschaft Verdi, Ferdinand Knauß, politischer Reporter/Redakteur beim Magazin "WirtschaftsWoche" und Dorothea Siems, Chefkorrespondentin für Wirtschaftspolitik der Zeitung "DIE WELT"
 
- der Link zum Nachhören hier

Sonntag, 17. September 2017

Wahlk(r)ampf - Kommentar - Unheimliche Parallelen zwischen Jerry Lewis und dem deutschen Diesel...

Ein Screenshot von 

Was? Geht der Typ etwa nach drüben zum Konkurrenten, wo Japaner verkauft werden? Geiziger Dreckskerl! Leo Sweetie, dem begnadeten Verkäufer des amerikanischen (Automobil-)Traums, den wir hier oben im Filmstill sehen, geht es wie vielen Autoverkäufern...

Denn Leo Sweetie hat sich auf den Verkauf von Cadillacs, mindestens aber amerikanischen Autos konzentriert. Er spielt eine der zentralen Rollen in Kusturicas Film 'Arizona Dream', der schlicht als ein Meisterwerk bezeichnet werden darf, gute Story, gute Darsteller, fantastische Musik, Humor, Tragik, also mehr müssen wir an dieser Stelle wohl nicht sagen...

Wenn die Kunst der Realität zuvorkommt...

OK, jetzt schon lösen wir das Rätsel auf und retten den Cliffhanger vorm Tod. Also bevor hier noch was schief geht, denn wir sind Profis wissen um die schwindende Aufmerksamkeitskapazität des Lesers digitaler Quellen. Viele Fragen sich dementsprechend bereits jetzt, exakt an dieser Stelle hier, warum wir jetzt Filmkunst mit schnöder Industriepolitik vermischen. Oder?

Die Antwort ist ganz einfach: Die aktuellen, wirklich genialen Werbespots der deutschen Automobilhersteller (Tenor: Kaufen Sie jetzt den neuesten, noch leistungsfähigeren Diesel-S.U.V. von XY, verschrotten Sie Ihren alten Diesel und sparen Sie sage und schreibe 1 Millionen Dollar...) haben uns an Kusturicas Meisterwerk erinnert.


Ein weiterer Screenshot von  entlang tanzt.

Brutaler geht's kaum, das ultimative Showdown: Robbenbaby vs. Knut

Aufklärung: Leo Sweetie, der Autoverkäufer im Film 'Arizona Dream', hat nicht nicht Sorgen um seinen Neffen Axel, auch sein Autogeschäft läuft trotz massiver wie innovativer Werbemaßnahmen und Rabattschlachten nicht gut. Und das fiese an der Sache ist, Leo hat nicht gelogen und betrogen, also etwa so wie die deutschen Dieselhersteller. Nein, Leo ist einfach aus der Zeit gefallen, so wie seine zugegebenermaßen schönen Spritschlucker...

Und wo ist jetzt die unheimliche Parallele, die in der Überschrift angedeutete, skandalöse Pointe? So werden nun wohl einige kritische, ungeduldige Leser genau jetzt fragend schimpfen! Achtung, auch hier gilt ganz einfach: Die aktuellen Diesel-Rabatt-Werbemaßnahmen der deutschen Hersteller ähneln den Maßnahmen des verzweifelten Autoverkäufers Leo Sweetie aus dem Film so sehr, dass wir das nicht unbemerkt lassen dürfen:

'Wenn Sie nicht innerhalb der nächsten 10 Minuten dieses Auto hier oder einen anderen Wagen von mir kaufen, dann schlage ich dieses süße Robbenbaby tot!'' 

So spricht Leo Sweetie in die Kamera, während er einen Baseballschläger gefährlich nahe über einem kleinen, süßen Robbenbaby in der Luft hält. Und das ist kein Scherz. Das ist Filmkunst, genauer ein TV-Werbespot von Leo Sweetie in Arizona Dream. Wir meinen: Da könnten sich die gut bezahlten Werber der deutschen Autoindustrie mal eine Scheibe von abschneiden...

Hintergrundlinks
- Wikipedia über Emir Kusturica, hier
- IMDb liefert Hintergrundinformationen über Emir Kusturicas Arizona Dream, hier
- Jörg Albrecht für Deutschlandfunk über Jerry Lewis, hier 
- Jörg Taszman für Deutschlandfunk über Jerry Lewis, hier

Freitag, 18. August 2017

Versagen auf allen Ebenen, unprofessionell und respektlos gegenüber dem Publikum? documenta - Halbzeitbilanz & Fazit

Kassel - Der Schnappschuss zeigt eine Straßenszene am sogenannten Stern. © Foto Gerd Mörsch

Zweit- oder drittklassige Werke und Sammlungen? Eine Dominanz belehrender Polit-Kunst? Eine documenta der toten, weil unsinnlichen Kunst? Die Kritiken sind teils vernichtend. Schlampige Präsentation, unprofessionelle Hängung, Chaos. Hinzu kommen politisch gewichtige Vorwürfe: Zwielichtige, weil intransparente Finanzierung und Auftragswerke für die Partnerin des künstlerischen Leiters?

Und was steckt hinter den Vorwürfen, die Zeitarbeitsfirma Manpower habe in Athen Aufsichtspersonal zu fragwürdigen Bedingungen beschäftigt? Warum verdienen die griechischen Aufsichten in einer so politischen documenta so viel weniger als ihre sicher nicht hoch bezahlten Kollegen in Kassel? Ist das nicht ein bedenklicher Widerspruch für eine sich so politisch definierende documenta?

Fernab von den heutzutage beliebten Schnellurteilen und schwarz-weiß Bildern über die aktuelle Ausgabe der documenta fragen wir uns zugleich: Warum scheint es erneut einen neuen Besucherrekord zu geben, wenn die in Kassel und Athen gezeigte Kunst so dermaßen schlecht ist, wie die große Mehrheit der Kritiker schreibt? Ist es nur noch angesagt die documenta zu schauen, Kunst also vor allem (auch diskursives) Statussymbol? Oder sind die Besucher einfach nur neugierig, wollen sich inspirieren lassen? Ist der Kunstrezipient von heute vielleicht emanzipierter (auch von der Kunstkritik), weil er und sie sich entgegen aller Häme eine eigene Meinung bilden will? Spannende Fragen...

Tief durchtatmen, don't panik!

Ist der erwartete Besucherrekord nur eine geschickt lancierte Meldung der documenta GmbH? Sind diese Zahlen wie zahlreiche in Debatten verwendeten Statistiken, die als vermeintlich faktenbasierte Wahrheiten präsentiert werden, vielleicht nur eine PR-Stategie? Und damit Teil der - von einigen traurigen, geschichtsvergessenen Gestalten - als Lügenpresse beschimpften, weil inkompetenten, nur vermeintlich kritischen Medienlandschaft? Alles nur Propaganda und Lüge? What?!

Zugegeben, Besucherzahlen sind so wie die Klicks auf Websiten oder die bundesdeutsche Arbeitslosenstatistik komplexe, teils intransparente und daher auch nur relativ aussagekräftige Informationen. Und dies auch fernab von der Frage nach ihrer Bedeutung an sich. Etwa der Aspekt des Verhältnisses von der Qualität oder gar kunsthistorischen Bedeutung einer Ausstellung zu ihren Besucherzahlen.

Sind Ausstellungen mit wenigen Besuchern gut bzw. besser als Blockbuster?

Dies ist schlicht und ergreifend eine sehr schwierige Fragestellung. Sie ist zu komplex für die dem heutigen Medienjargon gerechten Informationshäppchen à la Facebook und Twitter. Sorry. Aber sicher ist schon jetzt: Würde man Kunstgeschichte und -kritik basierend auf den Besucherzahlen von Ausstellungen schreiben, würden viele Klassiker und Helden wohl ihren Status einbüßen...

Daher folgt hier nun erneut eine etwas umfangreiche Sammlung von Kritiken und Stimmen zur aktuellen documenta. Ideen, Kommentare und Argumente zum Erhellen und vielleicht auf Aufklären einiger Punkte, Futter für kritischer Geister...

- Thema Finanzierung und Klüngel: Die Geschäftsführerin der documenta hat zuletzt endlich Stellung bezogen zu den Vorwürfen der intranspartenten Finanzierung und Vetternwirtschaft. Der Vorwurf der Vorteilsnahme ist natürlich absolut peinlich, weil gerechtfertigt. Konkret geht es um eine Auftragsarbeit für beide documenta Standorte für die Partnerin von Adam Szymczyk.

Wie dreist oder naiv muss man eigentlich sein, um nicht damit zu rechnen, dass die Auftragsvergabe an die Frau des künstlerischen Leiters Kritik hervorrufen würde? Zugegeben, schon Arnold Bodes Tochter war mehrfach Teil der von ihrem Vater verantworteten, frühen documenta-Ausstellungen. Aber will man das ernsthaft als Argument im Sinne einer Relativierung verwenden?

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint...

Ja und auch der Lebensgefährte von Carolyn Christov-Bakargiev, die künstlerische Leiterin der documneta 13, war 2012 in Kassel involviert. Dennoch gibt es für die Aufträge an Szymczyks Partnerin nur ein Fazit: Schlechte Idee, weil inkonsequent, unsensibel und ebenso ungeschickt. Da hilft es auch nicht, wenn - wie zuletzt geschehen - die documenta Geschäftsführung sagt, die Frau des Leiters - Alexandra Bachzetsis - sei nicht von Szymczyk sondern einem der vielen anderen documenta-Kuratoren eingeladen worden.

Ganz im Stil von ex-ZDF-Mann, dem heutigen Merkel-Sprecher, Steffen Seibert hat die documenta Geschäftsführung Mitte Juli auch zu den Manpower-Leiharbeits-Vorwürfen Stellung genommen. Es handele sich um viele Fehlinformationen. Es sei der documenta sehr wichtig gewesen, dass Aufsichtskräfte in Athen und Kassel gleich entlohnt werden. Die Griechen hätten ein sehr komplexes Arbeitsrecht, ach so, und sogar ein 13. und 14. Monatsgehalt sei oblogatorisch, Zuschläge am Sonntag. Skandal! Weiß das eigentlich schon die Bild-Zeitung? Und zu den Vetterwirtschaft-Vorwürfen, also das Thema Klüngel, heißt es, außerdem sei die Künstlerin Alexandra Bachzetsis die Lebenspartnerin der Leiters und nicht seine Frau! Ach so, das ist natürlich ein Riesenunterschied...

Sonntagszuschläge, 13. und 14 Monatgehalt? Learning from Athens...

Interessant auch die Recherche der HNA zum Thema Leiharbeit. Dort heißt es, die documenta habe Mitarbeitern in Athen "9 Euro pro Stunde in Aussicht gestellt, die beauftragte Leiharbeitsfirma Manpower zahlt aber nur 5,62 Euro brutto. Das hat Manpower gegenüber unserer Zeitung schriftlich bestätigt – mit dem Hinweis: „Das klingt nach wenig, vor allem mit Blick auf die vorher kommunizierten 9 Euro, liegt aber um mehr als zwei Euro über dem Mindestlohn in Griechenland.“ 5,62 Euro seien marktgerecht." 

Also, bei so vielen Informationen weiß man garnicht mehr...Wer jetzt was gesagt hat, oder? Warum wagt ein seriöser Journalist einen Bericht (für den WDR und Deutschlandfunk) über finanzielle Ungereimtheiten zu berichten und spricht von Chaos, wenn es doch nur die Zuschläge und zusätzlichen Monatgehälter sind, die den Eindruck von ungleicher und unfairer Bezahlung erwecken?

Populismus, Verlustängste und Stammtischniveau

Es scheint ganz so zu sein, wie es Werner Block in seinen Berichten für über die von ihm beschriebenen, finanzielle Ungereimtheiten sagt, abgerechnet wird im Herbst, wenn die documenta vorbei ist. Nur wer schaut dann noch hin? Doch ganz abgesehen von dieser Tatsache, spricht ein Argument zumindest entschuldigend für die documenta: Wie soll man mit dem vorhandenen Budget eine Ausstellung machen, die zwei gleichberechtigte Ausstellungsorte hat? 

Nach der - vor allem in Kassel ausgetragenen - Stammtischdiskussion über die Kosten der documenta in Athen, in der es um die Frage ging, ob die Griechen nach den Finanzhilfen aus dem nur sogenannten Rettungspakt nun auch noch documenta-Gelder erhalten sollen, wurde eine dem Stammtischniveau geschuldete Lösung präsentiert: Als Reaktion auf die Sorgen der besorgten Bürger bzw. jener, die ich als die Vertreter von deren Interessen bezeichnen, hieß es, dass nur 1% des documenta-Budgets in Athen verwendet würden.

Nobelpreis für den Leiter der documenta?

Werner Bloch formulierte in seinem Kommentar zurecht spitz, dass Adam Szymczyk wohl den Nobelpreis für Wirtschaft verdient hätte, wenn es ihm gelingen würde, mit jenem 1% die gleichberechtigte documenta in Athen zu inszenieren. Die Diskussionen um das behauptete finanzielle Chaos sind also indirekt auch die Folge dieser, dem Populismus geschuldeten  1%-Behauptung, von der jeder vernunftbegabte Mensch wusste, dass sie eine Schutzbehauptung ist.

- Thema schlechte Inszenierung und Belehrungskunst: Zum Schluss wollen wir in diesem Kontext auch auf die eher rezeptionstheoretischen Kritkpunkte eingehen. Viele Kritiker beschweren sich über Vitrinen aus nicht-entspiegeltem Glas und Papierausdrucke, die mit Schnellheftern an die Wand gepinnt, die Informationen zum Werk liefern. Zum einen ist nicht involvierten schlicht nicht bewusst, wie sehr 'auf Kante' die documenta schon immer aufgrund des durchaus knappen Budgets genäht wurde und ist. 

Die Unüberschaubarkeit als Konzept?

Wer sich an die documenta 13 erinnert, wird sich auch an das damalige Labelchaos und andere, erst im Laufe der Laufzeit der Ausstellung behobene Text- und Informationsfehler erinnern müssen - und dies ist sicher auch bei anderen documenta-Ausstellungen oder vergleichbaren Großausstellungen der Fall. Denn die teils zurecht kritisierte, fragwürdige Inszenierung und mangelhafte Information ist auch das Ergebnis einer eben sehr sehr großen Ausstellung. 

Doch mal ganz angesehen von Tatsache, dass zahlreiche renommierte Kulturinstitutionen kunstgeschichtliche Highlights hinter nicht-entspiegeltem Glas verbergen und damit deren Rezeption wesentlich erschweren, kann man schon fragen, warum es denn eine so große documenta sein musste? Wäre es nicht konsequenter gewesen, das Motto learning from Athens auch in einer überschaubareren, also reduzierten Anzahl von künstlerischen Positionen zu spiegeln? 

Die verpasste Chance der Konzentration...

Leider spiegelt sich Szymczyks gerechtfertigte, sympathische Skepsis gegenüber dem 'immer höher, immer schneller und weiter' des Kunstbetriebs nicht in der Zahl der involvierten Künstler. Andererseits kann man die Schnellhefter statt den üblichen laminierten Labels an den Wänden auch als eine konsequente Metapher für 'learning from Athen' lesen, die Kunst der Improvisation. 

Auch der teils beklagte Mangel an Information erscheint uns wohlfeil, denn zum einen, bietet die Website ausreichend Informationen über die auf den Labels hinaus. Zum anderen ist der Überfluss an Information auch ein beliebtes Kritikerargument. Die Kunst müsse doch für sich sprechen, heißt es dann...         

Nach einer intensiven Begehung lautet unser Fazit: Hingehen! Diese documenta bietet sehr viele sehenwerte, auch sinnliche Kunst. Die Klage der Kritik über zu viele politisierte, unsinnliche Kunstwerke ist schlichtweg übertrieben, denn es gibt sehr viele Werke, die auch ohne Hintergrundwissen schlicht durch ihre Präsenz faszinieren, Neugier wecken.

Um den Rahmen an dieser Stelle nicht noch weiter sprengen zu wollen, beenden wir diese Zeilen nun mit einem unsortierten Namedropping. Neben vielen anderen Arbeiten überzeugten, begeisterten und faszinierten uns die Werke bzw. Präsentationen von Irena Haiduk, Vivian Suter, Artur Zmijewski, Edi Hila, Daniel Garcia Andujar, Susan Hiller, Rosalind Nashashibi, Oliver Ressler, Olaf Holzapfel, Roee Rosen, Vlassis Caniaris, Lois Weinberger, Ciudad Abierta, Vadim Sidur... Und diese wahllos collagierte Liste deutet nur an, wie viel es entdecken gibt - auf nach Kassel!

Service und Links
- Deutschlandfunk Kultur: Die documenta Halbzeitbilanz - Unprofessionell und respektlos gegenüber dem Publikum? Christian Demand im Gespräch mit Korbinian Frenzel, hier
- WDR5: Die Zwischenbilanz der documenta 14 - Ingo Arend im Gespräch, hier
- Deutschlandfunk Kultur: Klare Worte: Kunst oder Kommerz - Bazon Brock im Gespräch mit Timo Grampes über die documenta, hier
- WDR: Maria Katsounaki, Kulturkritikerin „Kathimerini“ über die documenta 14 (in griechischer Sprache), hier
 - WDR5: Die documenta ist mit ihrem Motto "Von Athen lernen" gescheitert, so  Hanno Rauterberg, hier 
- Deutschlandfunk Kultur: Athen hat die documenta kaum wahrgenommen - Alexis Alatsis im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow, hier
- Die Zeit: Im Tempel der Selbstgerechtigkeit - Warum die documenta in Kassel krachend scheitert, Hanno Rauterberg, hier  
- Deutschlandfunk Kultur: Claudia Wheeler kommentiert das  Ende der documenta in Athen, hier
- die HNA über die Vorwürfe zum Thema Leihrabeit und Entlohnung in Athen, hier
- Deutschlandfunk: Keine Ungereimtheiten, die wir nicht erläutert hätten- documenta-Geschäftsführerin im Gespräch, hier
- WDR3: Den Überblick über die Finanzen verloren? Werner Bloch über intransparente Finanzen und Vetternwirtschaft, hier  

- Die Zeit: Wenn Geld in Rauch aufgeht - Tobias Timm über Künstler, die  ihre Werke selbst finanzieren, hier
-
Deutschlandfunk: Wie die documenta auf die Wirtschaft blickt - Künstler der documenta 14 in Kassel und Athen setzen sich kritisch mit Wirtschaftsfragen auseinander, von Jessica Sturmberg, hier

Wem diese Liste nicht reicht, dem sei kunstlich-Suche in der rechten, vertikalen Navigationsleiste empfohlen, um weitere documenta Artikel zu finden... 

Dienstag, 4. Juli 2017

Mittwoch, 28. Juni 2017

documenta Kritik - Kunstdebatten und finanzielle Ungereimtheiten...


Lange Schatten wirft derzeit nicht nur ein großes Kunstwerk in Kassel. Die Kunstkritik wird nun durch kritische Fragen an die Geschäftsführung ergänzt. Das Bild ist ein Screenshot, ein Ausschnitt der documenta 14-Website, zu sehen ist das für Kassel reaktivierte, modifizierte Werk "The Parthenon of Books" der argentinischen Künstlerin Marta Minujin. © documenta 14 und Marta Minuji

Jetzt läuft sie schon über zwei Wochen, die aktuelle Ausgabe der documenta. Wir haben bereits zu Beginn ausführlich kommentiert und Kritiken zusammengestellt, daher folgt hier nur eine Ergänzung der vorhandenen Links. Die Kunstkritik verdichtet sich. Ganz neu und politisch brisant sind die Diskussionen über finanzielle Ungereimtheiten.

Hier folgen aktuelle Interviews, Gespräche und Kritiken zur documenta 14, mehr folgt wie gewohnt in Kürze... Die Links sind wie zuvor schon kursiv markiert...


- ein Kommentar der HNA - Florian Hagemann kommentiert für das Kasseler Lokalblatt die Debatte um fragwürdig entlohnte Leiharbeit in Athen und kritisiert die Kommunikation der documenta, hier


- Leiharbeit und kein ausreichendes Budget? Jobs für die Frau des künstlerischen Leiters? Die documenta Geschäftsführerin gerät in Erklärungsnot. Recherchen zufolge hat die documenta in Athen eine Leiharbeitsfirma - Stichwort learning from Germany - engagiert, die statt eines versprochenen Stundenlohns in Höhe von 9 Euro nur 5,64 Euro brutto zahle. Werner Bloch berichtet über die aktuellen Ungereimtheiten der aktuellen Schau fernab von der Kunst. (Deutschlandfunk, 28.06.). Zum Nachlesen hier und zum Nachhören des ausführlichen Interviews hier.

- Kapitalismuskritik? Die documenta und die Finanzen: Die documenta hat sich der Kapitalismuskritik verschrieben, doch sie kommt selbst ins Gerede: mit Lohndumping in Athen, einem intransparenten Budget und dem Vorwurf der Vetternwirtschaft. (WDR 5 Scala, 27.06.)
 

- Sehr schön. Kunst für Kinder? Wie man Kinder schon vorab über die documenta 14 informieren und vielleicht auch für eine Reise nach Kassel begeistern kann, versucht das Kakadu genannte Radioformat von Deutschlandfunk Kultur. (Deutschlandfunk Kultur, Kakadu 25.06.)

- So etwas gab es in Griechenland noch nie zuvor. Mit der documenta 14 in Athen habe die griechische zeitgenössische Kunst plötzlich die internationale Bühne betreten, sagte die Leiterin des Athener documenta-Büros, Marina Fokidis. Sie hatte die "Kunsthalle Athena" zum Klimax der griechischen Finanzkrise initiiert, begleitet von der Wut auf Deutschlands Spardiktat - denn: "Künstler werden stärker in Zeiten der Krise".
Ein Gespräch mit Barbara Schäfer (Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 25.06.)

- Kunsterziehung: Keine Documenta hatte so große Ambitionen wie diese. Und keine hat für den Besucher so hohe Hürden errichtet. Das Hauptproblem aber ist: Adam Szymczyk und seine Kuratoren nehmen ihre Thesen wichtiger als die Kunst und die Künstler. Warum die documenta 14 gründlich danebengegangen ist – und es sich trotzdem lohnt, nach Kassel zu fahren. Till Briegleb für das art-Magazin (23.06.2017)

- Zwischenbilanz Doppel-documenta: Vor allem gegenseitige BefruchtungVon Ludger Fittkau: Alles läuft gut, befand der hessische Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kunst bei seiner Reise zum documenta-14- Standort Athen machen. Und womöglich gibt es auch Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit zwischen Kassel und Athen über die documenta hinaus. (Deutschlandfunk, Kultur heute 21.6.)

- Lokalkolorit: Die Mark Christian von Busse für die HNA sammelt und kommentiert die ersten Eindrücke der Presse über den documenta 14 Auftakt in Kassel, hier (11.06.2017)

Und hier zum Schluss die letzten kunstlich.com-Kritikcollagen zur documenta:
- die dritte Kritiksammlung von kunstlich.com findet man hier
- die zweite Kritiksammlung von kunstlich.com findet man hier
- die erste Kritiksammlung: After Athens - die documenta 14 in Kassel...kunstlich.com am 8. Juni, hier

Montag, 26. Juni 2017

...lässt sich herrlich streiten, ein Lob auf die Kritik!

Ein Screenshot einer aktuellen Werbe-Email des kunstforums, das bekanntlich zu jedem Kunstausstellungs-Großformat ein Sonderheft herausbringt. © kunstforums Amien Haase und Klaus Honnef
Auch wir werden uns bald ins sommerliche Kunstgetümmel schmeißen, schwitzen, staunen und sicher auch einige Male ärgern, über die Banalität der (Kunst-)Welt und andere wichtige Dinge.

Im Verhältnis zur letzten documenta gibt es inzwischen immerhin schon einen recht differenzierten Kritikspiegel. 2012 ließ fundierte Kritik viel zu lange auf sich warten... Obwohl es dafür durchaus viele Ansatzpunkte gab. Aber sei's drum, nutzen Sie - wehrte Leserinnen und Leser - die Vielfalt der (Kunst-)Kritik, um sich vorzubereiten und den Ärger zu minimieren. 

Schlage stehen für fragwürdige oder gar plakative Positionen, die es, warum auch immer auf die renommiertesten Ausstellungen der Welt geschafft haben? Dafür bleibt bei der Fülle an Positionen einfach keine Zeit... 

Unser Tipp: Einfach nach documenta suchen, rechts, am Ende der vertikalen Navigationsleiste von diesem Blog. Dann werden alle bisherigen documenta-Artikel auf einen Blick geliefert. Mehr in Kürze, natürlich auch über Münster...

Mittwoch, 31. Mai 2017

Münster vor den Skulptur Projekten: Gebt der Kunst die Würde zurück...

Ein unbekannter Künstler/Kritiker sendete uns diese Postkarte, eine Collage, Stift auf LWL-Postkarte © Lange Nacht der Museen, Foto Elisabeth Deiters-Keul.

Vor einem Jahr haben wir eine PKK (Postkartenkritik) zum LWL-Logo in Otto Pienes Werk 'Silberne Frequenz' erhalten, siehe hier. Wir haben recherchiert und entdeckten  Martin Schmidls aufschlussreichen Text über die fragwürdige Integration eines Logos in ein Kunstwerk. Jetzt startet in Münster erneut eine Initiative.

Geschickt, weil medienwirksam parallel zur nahenden Eröffnung der Skulptur Projekte platziert, hat die Initiave-No-Logo die folgende Pressemitteilung versandt:

'Gemeinsames Positionspapier: Freunde des Museums für Kunst und Kultur Münster e.V., Westfälischer Kunstverein, Initiative NO!LOGO - Münster, den 29. Mai 2017

Seit der Neueröffnung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster prangt inmitten der neu konzipierten „Silbernen Frequenz“ des renommierten Zero-Künstlers Otto Piene dominant das Logo des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Form von riesigen Lettern aus blankem Edelstahl. 


Dem Museum und seinem Träger anvertraute Kunst wird damit der notwendige Respekt verweigert: faszinierende Lichtkunst wird zur profanen Lichtwerbeanlage für eine aus Steuermitteln finanzierte Körperschaft öffentlichen Rechts.
 

Kultur- und Denkmalpflege sind wichtige Aufgaben des Landschaftsverbandes. Auch als Träger der Skulptur Projekte Münster hat er mit großer Offenheit für experimentelle Kunstformen seit 1977 alle zehn Jahre die Skulptur Projekte Münster als international beachtetes „ästhetisches Selbsterfahrungsprogramm“ etabliert. 

Umso verstörender wirkt der eher provinziell anmutende Übergriff auf die Kunst im öffentlichen Raum – ausgerechnet an der Fassadedes Landesmuseums, dem „Hauptquartier“ der Skulptur Projekte Münster. Als Freunde des Museums fragen wir uns: Wem nutzt eigentlich das LWL-Logo in einem Kunstwerk? Wozu dient
dieser Eingriff in die Autonomie der Arbeit von Otto Piene? Geht es etwa um eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Museumsträger? 


Wie Reaktionen im Kontext der Museumseröffnung vor drei Jahren zeigen, hat der LWL mit seinem „Eigenmarketing“ mediales Kopfschütteln statt Zustimmung ausgelöst. Im Feuilleton der renommierten FAZ war bundesweit nachzulesen: „Wer ein Kunstwerk derart entstellen und entwerten lässt, macht als Träger eines Museums keine souveräne Figur … Wie wäre es mit ‚Lieber wieder löschen!‘“ Oder ging es dem Museumsträger gar um eine ästhetische Aufwertung der Arbeit von Piene? 

So vermessen dürften selbst die Verantwortlichen in der Kulturverwaltung des Landschaftsverbandes nicht denken. Für einen öffentlichen Träger wie den Landschaftsverband ist es eine Frage der Diskussionskultur und des demokratischen Verständnisses, den Freunden und Förderern des Museums die Möglichkeit zu geben, die Risiken und Chancen dieser speziellen Form der „Logomanie“ mit dem Museumsträger und der Museumsleitung in einem größeren, kompetent besetzten Forum zu erörtern. 

Wir fordern den Landschaftsverband auf, dieses Thema gemeinsam mit uns in einem öffentlichen Symposium zu diskutieren und damit den zuständigen politischen Gremien des Landschaftsverbandes eine Entscheidungshilfe zu liefern. Die Skulptur Projekte 2017 wären dafür ein angemessener Rahmen.

Einen Dissens in der Sache kritisch zu erörtern, ist für uns Ausdruck der Loyalität unter Freunden. Die Kritik an dem LWL-Implantat in der Lichtskulptur von Otto Piene steht deshalb unserer grundsätzlichen Wertschätzung für die erfolgreiche Kulturarbeit des Landschaftsverbandes nicht im Wege. Das LWL-Logo ist allerdings – zumindest an dieser Stelle – ein Irrweg. Unser Ziel ist es deshalb, dem Kunstwerk von Otto Piene seine Würde zurückzugeben.'

TOBIAS VIEHOFF - Vorsitzender des Westfälischen Kunstvereins
DR. HARALD PAULUS - Sprecher der Initiative NO!LOGO
MATTHIAS LÜCKERTZ Vorsitzender der Freunde des Museums für Kunst und Kultur
 

Service und Links
- kunstlich über Museen als Repäsentationsmaschinen (4/2016), hier
- www. kunstlebt.org und www. initiative-no-logo.de
- Silberne Frequenz - Martin Schmidl über die Integration des LWL-Logos in Pienes Kunstwerk, hier
- Architekt Volker Staab über den LWL-Neubau, BAUWELT-Interview (Nr. 35/2014), hier 
- der LWL-blog zum Thema, hier
- eine LWL-Presseerklärung zum Abbau der Installation von Piene, 2009, hier 
- eine LWL-Presseerklärung zur Installation der Silbernen Frequenz, 2014, hier 
- die Haltener Zeitung über den Münsteraner Kunst-Konflikt am Bau, 28.5.2010, hier
- die Münstersche Zeitung über den Kunstkonflikt an der Fassade, 13.11.2014, hier
- der Streit und das Logo - Kunst oder Werbung - Westfälische Nachrichten, 13.11.2014, hier   
- retrospektiven über Piene und die Veränderung der Silbernen Frequenz, 14.6.2015, hier
- kritikmuenster über den LWL und Pienes Lichtinstallation, 10.6.2016, hier 


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