Dienstag, 19. Februar 2019

Köln: Ebertplatz - Waldfegen - noch bis zum 4. März

Das Foto zeigt die Installation der fotografischen Dokumentationen der Waldfegen-Aktionen des Künstlers Ivo Weber © Ivo Weber

Endlich wird da auch mal sauber gemacht... Der zuletzt erfolgreich nicht nur durch Kunstaktionen wiederbelebte Ebertplatz ist wieder Schauplatz, nein, Ausstellungsort! Wir haben zuvor bereits ausführlich über den Kölner Künstler Ivo Weber und dessen Waldfegeaktionen berichtet. Daher hier nur in Kürze das Folgende...

Aktuell ist Weber mit seiner an Land-Art-Projekte erinnernden Waldfegeaktion zu Gast an einem der spannendsten Orte der Rheinmetropole. Wie Sisyphos begann Ivo Weber einst ein abgestecktes Stück Waldboden zu fegen - oder ist es eine Hommage an die Zen-Garten-Kultur? Denn er tat dies nur, um die Fläche nach getaner Arbeit wieder mit Laub zu bedecken und damit in ihren vermeintlichen Ursprungszustand zu bringen.

Nachdem Weber anfangs noch selbst Hand anlegte, gestaltete sich seine Waldfegen-Aktion im Laufe der Jahre mehr und mehr zu einem performativen Akt. Dazu eingeladene Kulturschaffende bestimmten einen Kreis an ''Waldfegearbeitern'', mit denen dann gemeinsam eine von Weber bestimmte Fläche des Waldbodens freigelegt wurde.

Alle Jahre wieder, Tatort Laubwald... 

Dank der fotografischen Dokumentation kann Weber nun die Ergebnisse seiner über zehnjährigen Tätigkeit im Wald im Umfeld der Betonwüste Ebertplatz präsentieren. Ein sehr schöner Kontrast. Nachdem der Künstler zuletzt seine ''Waldfegen-Serie'' prominent in der Kölner artothek präsentierte, gastiert er nun an einem der wohl umstrittendsten Kulturorte der Domstadt. Der Ebertplatz erregte zuletzt bundesweit die Boulevardmedien, Stichwort ausländische Drogenhändler.

Aber die Rolltreppen am Ebrtplatz stehen schon seit Jahrzehnten still - das ist keine Übertreibung. Seit jahren schon beleben Kulturschaffende durch Aktionen und mit ihren Galerien erfolgreich den Un-Ort, der eigentlich viel Potential zum Kult-Ort hat. Passend dazu hat Weber die am Ebertplatz ansässigen Kulturschaffenden dazu eingeladen, ein Stück Wald mit Harken und Rechen zu säubern. Eine meditative Tätigkeit, die Teamgeist und Inspiration wecken dürfte. Wir sind gespannt darauf, zu sehen, wie der Ebertplatz sich unter der Ägide vom listigen Strippenzieher Ivo Weber verwandelt.

Jetzt folgt hier die Pressemitteilung zur Ausstellung und ein unschlagbares Angebot für alle jene, die schon immer mal (brauchbare) Kunst kaufen wollten:

Multifunktionales Kunstwerk, Hommage an die Heimarbeit und Edition des Künstlers Ivo Weber © Ivo Weber

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Liebe Freunde der Kunst und des Ebertplatzes,

im Zeitraum vom 22. Februar bis zum 4. März 2019 sind für zehn Tage meine WALDFEGE – Arbeiten der letzten drei Jahre auf den Groß-Werbeflächen bei den Kunsträumen am Ebertplatz zu sehen.

Plakatwände  WALDFEGEN der Jahre:
2016 | Die Jäger, Torsten Franz und Team
2017 | Johannes Stahl und Adhoc-Team
2018 | Linda Nadji und Kunsträume Ebertplatz

SPECIAL: Kaffeepause am Ebertplatz
Am Sonntag, den 24. Februar und am Samstag, den 2. März
bin ich jeweils von 14–16 Uhr mit einer Thermoskanne Kaffee
und Keksen vor Ort.


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PS: Wenn man sich an den Ort begibt und die von Weber angemieteten - so viel zum Thema Kultursponsoring - Plakate anschaut sowie die Reaktionen der Passanten auf die Nicht-Werbung beobachtet, ergeben sich wundersame Szenen. Die Macht der Kunst - oder besser der Irritation ? - weckt auf und ruft bei einigen anhaltendes Staunen hervor...


Service und Links:
- die Website zum Waldfegen-Projekt, hier
- kunstlich.com über Webers Waldfegen-Ausstellung in der Kölner artothek, hier 

- Gerd Mörsch über Themen und Tendenzen im Werk von Ivo Weber, hier  
- die Website von Ivo Weber, hier