Freitag, 26. August 2016

Köln feiert einen besonderen Geburtstag - Wir nennen es Ludwig - Happy Birthday

Ein Screenshot der Website des Kölner Museum Ludwig zu seiner Jubiläumsausstellung Wir nennen es Ludwig © Museum Ludwig

Museen von Köln bis Peking, der Name Ludwig steht für eines der größten Kunstimperien der Welt und ist - wie der Dom - untrennbar mit Köln verbunden. Heute eröffnet das Kölner Museum Ludwig eine ganz besondere Ausstellung zu seinem 40. Geburtstag.
 

Vorab folgt hier die Liste der Künstler, die dazu eingeladen wurden, sich mit dem Haus und seiner Geschichte auseinander zu setzten. In Kürze folgt dann an dieser Stelle eine ausführliche Kritik der Ausstellung.

Ge­orges Adéag­bo, Ai Wei­wei, Ei Arakawa & Michel Au­d­er, Min­er­va Cue­vas, Maria Eich­horn, An­drea Fras­er, Meschac Ga­ba, Guer­ril­la Girls, Hans Haacke, Dian­go Hernán­dez, Can­di­da Höfer, Bodys Isek Kin­gelez, Kuehn Malvezzi, Chris­tian Philipp Müller, Mar­cel Oden­bach, Ah­met Ögüt, Claes Ol­d­en­burg, Pratchaya Phin­thong, Alexan­dra Piri­ci & Manuel Pel­muş, Ger­hard Richter, Av­ery Singer, Jür­gen Stoll­hans, Rose­marie Trock­el, Vil­la De­sign Group, Chris­to­pher Wil­li­ams.

Service und Links  

- Michael Köhler über das Jubiläum und die Ausstellung im Museum Ludwig, hier
- Kunstkritikerin Christiane Vielhaber über das Museum Ludwig, den Mäzen und die Geschichte des Hauses, hier
- Kunst ist Trumpf: 40 Jahre Museum Ludwig, Sabine Oelze über das Museum Ludwig, hier
- Mäzene und Museen - Dörte Hinrichs über das vielschichtige Verhältnis am Beispiel des Kölner Museum Ludwig, hier
- Barbara Engelbach, Kuratorin der Fotosammlung des Museum Ludwig im Gespräch, hier
- das offizielle Video zur Kölner Geburtstagsausstellung – Wir nennen es Ludwig, hier
- Museen von Köln bis Peking, der Name Ludwig steht für eines der größten Kunstimperien der Welt, eine aktuelle WDR-Dokumentation, hier
- Ein Museum zieht sich um, eine Multimediareportage von Thomas Köster und Philipp J. Bösel, hier
- die Website des Museum Ludwig zur Ausstellung, hier
- Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig, im Gespräch mit Britta Bürger über die Bedeutung der Sammlung Haubrich, hier

Mittwoch, 24. August 2016

Street-Art

Neulich in Essen, auf dem Weg zum Museum Folkwang, übrigens das erste Museum für moderne Kunst überhaupt, entdeckten wir diesen denkwürdigen Aufkleber © Foto Gerd Mörsch, Sticker BBSMNMI

Montag, 22. August 2016

PKK XXI: Rom - Sixtinische Kapelle

Einfach himmlich - Michelangelos Gewölbegestaltung in der Sixtinischen Kapelle © Michelangelo und Musei Vaticani, Foto Bracchetti/Zigrossi/Giordano
© unbekannter Kritiker

Freitag, 19. August 2016

jetzt aber schnell nach Essen - Museum Folkwang - noch bis zum 4.9. - Heinrich Kühns Liebe zum Material

Ein Screenshot von der Website des Museum Folkwang zur Ausstellung 'Heinrich Kühns Kasten
Oder die Liebe eines Fotografen zum Material'.

Seit Anfang Mai ist im Essener Folkwang Museum eine kleine, aber äußerst exquisite Fotografieausstellung zu sehen. Wie der Titel bereits andeut, geht es um die besondere Beziehung des Fotografen Heinrich Kühn zum Material.

Heinrich Kühn zählt zu den bedeutendsten Vertretern der europäischen Kunstfotografie um 1900. Mit seinen Studien zur Übersetzung der fotografischen Aufnahme aufs Papier trug Kühn wesentlich zur Entwicklung der Kunstfotografie bei.


Letztere ist erste fotografische Stilrichtung überhaupt und wird aufgrund der für sie typischen Versuche, die Malerei zu imitieren, auch als Piktoralismus bezeichnet wird. Anlässlich des 150. Geburtstages von Heinrich Kühn zeigt das Museum Folkwang eine auf einen Raum konzentrierte Auswahl von 40 Arbeiten.

Der Kampf der Fotografie um Anerkennung


Heinrich Kühn suchte nach neuen Formen des fotografischen Bildes, die es dem jungen Medium erlaubten, auf Augenhöhe mit der Malerei und der Grafik. Und so spiegeln sich in seinen Aufnahmen die angesagten Kunstströmungen der Jahrhundertwende, Impressionismus, Jugendstil und Symbolismus.

Im Zentrum, gleichberechtigt neben den Fotografien, steht daher Heinrich Kühns Kasten. Ein Schrank, den er sich von Wiener Werkstätten anfertigen ließ. Darin bewahrte Kühn unterschiedlichste Papiere für seine Edeldruckverfahren auf, die er intensiv praktizierte, sich darüber austauschte und somit weiterentwickelte.


Ein weiterer Screenshot von der Website des Museum Folkwang zur Ausstellung 'Heinrich Kühns Kasten
Oder die Liebe eines Fotografen zum Material'. Das Museum hat übrigens eine fantastische, für alle Interessierte zugängliche Datenbank - vorbildlich.

Die Auswahl der Werke erlaubt einen Einblick in die haptische Qualität der Techniken und zugleich einen Überblick auf die Sichtweisen und Genres der Fotografie Heinrich Kühns. Von Landschaften über familiäre Szenen, Porträts von Kollegen und Künstlern bis hin zu Stillleben.

Aufgrund der typischen, bewusst angestrebten Nähe zur Malerei wurde die Kunstfotografie lange missachtet. Doch dank ihrer gestalterischen Qualität und ihrem modernen Kunstverständnisses – die Idee, der zufolge die fotografische Aufnahme das Ausgangsmaterial für ein autonomes Bild ist – ist die abschätzige Beurteilung dieser Stilrichtung längst passé.
 

Vom Stiefkind zum begehrten Kunstobjekt

You do not take a photograph. You make it, formulierte der mit Heinrich Kühn befreundete Fotograf Alfred Stieglitz kurz und knapp diesen Aspekt. Also auf nach Essen ins Folkwang Museum, das dank seines Gründers Karl Ernst Osthaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts übrigens das erste Museum für zeitgenössische Kunst überhaupt war.

Und ganz aktuell ist das Folkwang Museum auch das erste große Museum in Deutschland, das – dank großzügiger Förderung – seinen Besuchern freien Eintritt in die eigene Sammlung gewährt. Zunächst für 5 Jahre…

Service / Links
- die Website zur Ausstellung Heinrich Kühns Kasten - Oder die Liebe eines Fotografen zum Material, hier
- Verdoppelte Besucherzahlen - Folkwang-Direktor Tobia Bezzola im Gespräch mit Stefan Koldehoff, hier
- Sacha Verna über die New Yorker Heinrich Kühn-Ausstellung in der Neuen Galerie (2012), hier 

- Georg Imdahl über die fotografische Sammlung des Folkwang Museums, hier

Mittwoch, 17. August 2016

Köln - Kunst im öffentlichen Raum: Performance 19.-21. August

Das Gold liegt auf der Straße © Foto katze und krieg und we are visual
Es scheint, als habe die Kunst die Straße, den öffentlichen Raum wiederentdeckt. Vermehrt auf der Straße, besonders gern geheim oder zumindest exklusiv im Sinne von Spielorten, die erst kurz vor der Aufführung bekannt gegeben werden, finden Performance- und Tanzveranstaltungen statt.

In Köln finden nicht nur die - laut Eigenwerbung - weltweit einzigartigen Kopfhörer-konzerte an geheimen Orten statt, zunehmend wird der öffentliche Raum auch für performative Künste genutzt. Ein gutes Zeichen in Zeiten des omnipräsenten Terrors.

Wenn Sie also an einem Abend an einem mehr oder weniger entlegenen Ort in der Stadt einer Horde kopfhörertragenden Menschen begegenen, die - wie in dem herrlich surrealistischen Film The Lobster von Giorgos Lanthimos - alleine bei gespentischer Stille mehr oder weniger expressiv tanzen, gibt es viele Interpretationsmöglichkeiten.

Geh in die Knie, tanz den Mussolini

Es kann sich dabei um eine Kunstperformance, ein Konzert oder eine jener total angesagten Kopfhörerparties handeln, die aktuell auf der ganzen Welt gerne auch im Morgengrauen veranstaltet werden, damit man noch motivierter früh zur Arbeit fahren kann.

Aber jetzt zurück zur Kunst. Unter dem Namen Köln City Dance wird sich am 3. September die Choreographin Stephanie Thiersch gemeinsam mit der Kölner Philharmonie der in den 1970er Jahren in San Francisco von Anna Halprin begründeten City Dance Kultur annehmen. Zu sehen sind Tanzaktionen, die zuvor in offenen Tanzworkshops erarbeitet wurden.

Reclaim the streets - keine Angst vor Kunst und Terror

Und am Wochenende des 19.-21. August wird es an einem unbekannten Ort eine Performance von katze und krieg und we are visual geben. Die beiden Kollektive haben sich intensiv mit der Straße auseinandergesetzt. Zwei Wochen lebten die vier KünstlerInnen auf den Straßen von Köln und erarbeiteten in diesem anderen Leben die Performance auf der Straße.


Die Aufführungen finden am 19.8. / 20.8. und 21.8.2016 um 18 Uhr in Köln Sülz statt. Die wohlbekannten, altvertrauten, tausendmal begangenen Straßen der eigenen Stadt werden andere sein, so die Veranstalter.

Aufführungen 

19.8.2016 um 18 Uhr in Köln Sülz
20.8.2016 um 18 Uhr in Köln Sülz
21.8.2016 um 18 Uhr in Köln Sülz (ausverkauft)

Karten
Kartenreservierung unter katzeundkrieg@yahoo.de oder 0151 / 17889289. Bei Reservierung wird der genaue Treffpunkt bekannt gegeben. Kartenpreis 7/12 Euro, ermäßigt auch für Künstler.

Service / Links 

- die offizielle Website von katze und krieg, hier  - die offizielle Website von we are visual, hier
- die offizielle Website von Köln City Dance 2016, hier
- Junius Meyvant berichtet im Kölner Stadtanzeiger über die geheimen Kopfhörerkonzerte, hier 
- Julia Batist für Deutschlandradio Kultur über die Kölner Kopfhörerkonzerte, hier
- für alle, die es nicht kennen, Tanz den Mussolini von D.A.F, Livevideo, hier 

Montag, 15. August 2016

Die Kraft der Bilder

Diese junge Frau, die sich selbst als Hijabi Hooligan cosplay bezeichnet, kämpft als Captain America im Kopftuch erfolgreich gegen Vorurteile und sammelt Geld für syrische Familien. © Foto Dania Khalil a.k.a. Hijabi Hooligan cosplay

Freitag, 12. August 2016

Kunst und Protest: Dani Karavans Kampf um das Knesset-Relief

Das 24 Meter breite und 7 Meter hohe Sandsteinrelief in der Knesset schuf Karavan vor rund 50 Jahren. Jetzt möchte er sein Werk verhängen lassen. © Fotocredit Wikimedia Commons/Yair Talmor
Das politische Engagement von Künstlern ist zur Zeit vor allem durch die anstehende US-Wahl und die aktuellen Entwicklungen in der der Türkei ein prominentes Thema in den Medien. Der in Deutschland bekannte israelische Bildhauer Dani Karavan forderte angesichts des politischen Wandels in Israels zuletzt, den Abbau seines Reliefs in der Knesset.

Wir nutzen die Debatte, um auf einige der bemerkenswerten Arbeiten Dani Karavans im öffentlichen Raum hinzuweisen. Doch zunächst zurück zur Israel-Debatte: Kritiker des politisch engagierten Künstlers werfen ihm nun natürlich vor, er habe doch noch vor zwei Jahren nachträglich das rund 50 Jahre alte Relief nachträglich stolz signiert.

Kunst = Kommunikation = Kunst

Und so darf der medienwirksame Protest - siehe dazu die Linkssammung unten - Karavans wohl als ein Zeichen der neuerlichen Zuspitzung des innerisraelischen, politischen Konflikts verstanden werden. Auch die Frage, welchen Einfluss ein Künstler nach der Fertigstellung und Übergabe eines Werks auf jenes hat, tritt hier deutlich hervor. Karavan selbst formuliert seinen Protest wie folgt: Ich bitte darum, das Werk zu verhängen, bis die Regierung zum Grundgesetz zurückkehrt.

Zuletzt wurde in der Knesset eine Reform beschlossen, die es einer Mehrheit erlaubt, einzelne Abgeordnete aus dem Parlament zu verweisen. Für Karavan, der sich seit Jahrzehnten für gleichberechtigte, friedliche Koexistenz mit den Palästinensern engagiert, ist diese Maßnahme ein weiteres Indiz dafür, dass Israel sich von seiner demokratischen Verfassung zunehmend entfernt.

Konzeptkunst Politkunst Protest

Doch nun zurück zu Karavans Kunst. Wer dem Thema politische Kunst folgen will, dem sei ein Interview mit Hans Haacke empfohlen, hier. In Deutschland sind zahlreiche Werke von Dani Karavan an prominenter Stelle zu sehen, besser, zu erleben. Denn häufig sind es begehbare Environments wie etwa die in Köln am Museum Ludwig, auf dem Weg zur Hohenzollernbrücke gelegene Skulptur Ma’alot auf dem Heinrich-Böll-Platz.

Das Objekt ist Teil eines 5000qm großen Environments aus Gras, Ziegelstein, Granit, Gusseisen und Eisenbahnschienen mit dem Karavan den prominenten Platz zwischen Domchor, Museum/Philharmonie, Hauptbahnhof und Rheingarten gestaltete.

Das Kunstwerk – so Karavan über Ma’alot - habe „nicht die Aufgabe, eine bestimmte Geschichte zu erzählen oder bestimmte Zusammenhänge zu bebildern. Es kann nur Widerhall hervorrufen und Assoziationen beim Betrachter, beim Besucher, beim Passanten evozieren.


Karavan in Berlin, Duisburg, Düsseldorf und Köln

Wenige Jahre nach der Eröffnung des Kölner Kulturzentrum Museum Ludwig/Philharmonie und Fertigstellung von Ma’alot schuf Karavan die 1990 installierte Skulptur Tzaphon für den Vorplatz des Landtags Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. In Nürnberg ist Karavan durch seine Die Straße der Menschenrechte genannte Außenskulptur, die als Kunst am Bau Teil des Germanischen Nationalmuseums ist, prominent vertreten.

Am Duisburg Innenhafen hat Dani Karavan den Garten der Erinnerung, einen rund drei Hektar großen Park geschaffen, in dem er Reste ehemaliger Industriebauten integrierte. Der jüngste große Auftrag ist sein Entwurf für das Mahnmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti für Berlin, das Denkmal wurde 2012 eingeweiht.

 

Service / Links 
- Deutschlandfunk über den Dani Karavans Protest, hier  
- Torsten Teichmann für SWR2 Kultur über Karavan und seinen Konflikt mit der Knesset, hier  
- Gil Yarons Interview mit Dani Karavan für Die Welt, hier 
- Oliver Eberhardt für Neues Deutschland über den Karavan-Knesset-Streit, hier  
- Shany Litman für HAARETZ über den Protest Karavans, hier  
- The Observer über den Knesset-Kunst-Streit, hier  
- The Times of Israel über Karavans Signierung der Wandarbeit, hier 
- Nicole Markwald über Künstler im US-Wahlkampf, hier 
- Brasilien: Künstler protestieren gegen die Regierung, hier  
- Istanbuls Theaterszene leidet unter Repressionen, hier  
- Polit-Künstler Hans Haacke in einem aktuellen Interview, hier  
- Mischa Kuball im Gespräch über die politische Kunst Haackes, hier

Mittwoch, 10. August 2016

Bonn: 32. Internationale Stummfilmtage - Eintritt frei

Ein Screenshot der Website zu den Bonner Stummfilmtagen © Förderverein Filmkultur Bonn

Morgen, am Donnerstag, den 11. August, werden im Arkadenhof der Universität Bonn die 32. Internationalen Bonner Stummfilmtage eröffnet. Bis zum 21. August 2016 zeigt das größte deutsche Stummfilmfestival täglich Open Air Stummfilme mit live-musikalischer Begleitung.

Neben den stummen Filmen stehen wie immer auch die sie begleitenden Kompositionen und Improvisationen der Musiker im Vordergrund: Joachim Bärenz, Neil Brand, Richard Siedhoff, Günter Buchwald, Stephen Horne, Frank Bockius und Christian Roderburg, der mit einem fünfköpfigen Ensemble auftritt.

Film- und Tonkunst fusionieren live  


Dank der Bonner Initiative kann man sich 10 Tage auf die fast vergessene Stummfilmkultur konzentrieren, deren Modernität oft frappierend ist. Der Eintritt ist übrigens frei. Spenden sind jedoch höchst willkommen, denn sie tragen unmittelbar zur Finanzierung des von einem Verein getragenen Festivals bei.

Der Kauf von Getränken und Speisen lohnt doppelt, denn der Erlös kommt dem Festival direkt zu. Und auch die Preise für die die Tageskarten für die Veranstaltungen des Rahmenprogramms sind mehr als fair: 7€, ermäßigt 5€. 



Danke Bonn. Aber man muss dem Bonner Förderverein Filmkultur ja nicht gleich die Füße küssen. Spenden und zahlreiche Besucher sind sicherlich willkommen. Das Foto ist ein Filmstill, ein Ausschnitt aus ‚L‘Âge d‘Or‘ (1930) von Luis Buñuel und Salvador Dalí. Der Film ist übrigens einer der ersten französischen mit Ton. Eine sehenswerte surrealistische Komödie über die Absurditäten des modernen Lebens, die Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft und der katholischen Kirche.

Hier folgen Auszüge aus dem Pressetext und der Link zum Programmheft:

Den sommerlichen Auftakt am Donnerstagbildet der schablonenkolorierte Kurzfilm LILY UND TEDDY AM STRAND mit zwei französischen Kleinkinderstars, die in den 1910er Jahren in einer ganzen Serie zu sehen waren, gefolgt von FAIRBANKS IST VERRÜCKT, Victor Flemings bizarrem Meisterwerk voll surrealem Humor und visueller Gags aus dem Jahr 1919. …

Dem großen Abenteurer, Tierfänger, Schriftsteller und Neffen des berühmten Hamburger Zoogründers Carl Hagenbeck widmet sich die erste Veranstaltung des Rahmenprogrammms. …

Der Nachmittag des 21. August steht ganz im Zeichen Buster Keatons und Samuel Becketts: Während Keaton sich in SHERLOCK HOLMES JUNIOR, einer der originellsten Komödien der gesamten Stummfilmzeit, als Vorführer in den projizierten Film hineinträumt, spielt er in Becketts dialoglosem Tonfilm FILM aus dem Jahr 1965 einen Mann, der vor sich selbst davonzulaufen versucht.

Neben diesen Produktionen ist – als Deutschlandpremiere – Ross Lipmans Dokumentarfilm NICHTFILM zu sehen, der die einmalige Zusammenarbeit der beiden Ausnahmekünstler portraitiert und im Laufe des letzten Jahres bereits auf verschiedenen Filmfestivals für Furore sorgte.

Service / Links  

- die Website des Fördervereins Filmkultur Bonn für die 32. Internationalen Stummfilmtage, hier
- das Programmheft der 32. Internationalen Stummfilmtage, hier
- Stefan Keim berichtet über die Bonner Stummfilmtage für Deutschlandradio Kultur, hier

Freitag, 5. August 2016

PKK XX: Trier - Porta Nigra-Führung

© unbekannter Künstler
 © unbekannter Kritiker
Service / Links
- Wikipedia über die Porta Nigra, hier

- Trier über die Porta Nigra, hier
- Hotline 0651 / 97808-0
 

Aktuell außerdem in Trier
- NERO Kaiser, Künstler und Tyrann, hier
- Tilman Spreckelsen für die FAZ über die NERO-Ausstellung, hier
- Anke Petermann für Deutschlandradio Kultur über die Nero-Ausstellung,
hier

Mittwoch, 3. August 2016

Wien: RÜCK - BLICK Kinetika 1967 - noch bis zum 28. August


Screenshot der Website des 21er Haus in Wien. Zu sehen ist Martha Botos 'Exaltations lumineux alternées' von 1967 aus einer Privatsammlung in Bad Homburg, Foto: Belvedere, Wien / © Bildrecht Wien 2016


Ende Mai hatten wir bereits eine Vorankündigung an dieser Stelle zur Wiener Hommage an die erste internationale Op-Art-Ausstellung in Österreich, die noch drei Wochen zu sehen ist. Die kleine aber feine Ausstellung ist eine Referenz an die  Kinetika genannte Ausstellung, 1967 im Museum des 20. Jahrhunderts, der Vorgängerinstitution des heutigen 21er Haus, stattfand. 

Werner Hofmann, damaliger Direktor des Wiener Museum für das 20. Jahrhundert, konzipierte eine Gruppenausstellung, welche internationale, avantgardistische Kunstströmungen der 1960er Jahre, die ihren künstlerischen Ausgangspunkt in der Ratio und nicht im Genius sahen, erstmals in Wien versammelte. 

Die im deutschsprachigen Raum vor allem durch die Zero-Gruppe – also Mack, Piene und später auch Uecker – zuletzt wieder prominenter beworbene und präsentierte Kunstströmung spiegelt mit ihren Lichtspielen, optische Täuschungen, kinetischen Objekten und Wahrnehmungsmaschinen den Fortschrittsglauben der Nachkriegsjahrzehnte.

Schöne neue Kunst als Flucht vor der Realität?

Die ursprünglichen ZERO-Gründer, Heinz Mack und Otto Piene, wandten sich von vorherrschen Strömungen der Nachkriegskunst ab. Sie lehnten vorherrsche Richtungen wie Informel und Tachismus als überfrachtet ab. ZERO heißt bei Null anfangen. Kritische Zeitgenossen dagegen lehnten die Lichtspiele als kommerzielles, inhaltloses Geplänkel ab. Aber diese Idee eines radikalen Neustarts war natürlich kein deutsches Phänomen.


Galerist Alfred Schmela vor seiner Galerie Hunsrückenstraße 16 in Düsseldorf, 1961, Quelle: Zero foundation, Urheber: Otto Heinz Mack, © CC BY 3.0


Fusion von Kunst, Technik und Wissenschaft

Und so war ZERO Teil der sog. Neue Tendenzen (Nouvelles Tendances). Mit dieser Bezeichnung werden  avantgardistische  internationale Künstlergruppen aus den 1960er und 1970er Jahre zusammengefasst. 1961 in Zagreb und 1964 in Paris präsentierten zunehmend vom eisernen Vorhang getrennte, west- und osteuropäische Künstler gemeinsam mit südamerikanischen Kollegen ihre Werke unter diesem Begriff.

Künstlerischer Schulterschluss über den eisernen Vorhang

Op Art, Kinetische Kunst und Lichtkunst waren und sind bis heute Begriffe, mit denen der gemeinsame Ansatz dieser Künstler beschrieben wird. Teil der Neuen Tendenzen waren neben ZERO auch Künstlergruppen wie Effekt aus Deutschland, Grav aus Frankreich, Gruppo N und Gruppo T aus Italien und Exat 51 aus Jugoslawien.

In Wien sind noch bis Ende August im 21er Haus unter dem Titel Rück – Blick: Kinetika 1967 rund 25 Meisterwerke der Neue Tendenzen zu sehen, darunter finden sich Arbeiten von Marc Adrian, Antonio Asis, Martha Boto, Gianni Colombo, Toni Costa, Günter Frühtrunk, Gerhard von Graevenitz, Lily Greenham, Richard Kriesche, Julio Le Parc, Heinz Mack, Enzo Mari, Koloman Novak, Hermann J. Painitz, Helga Philipp, Nicolas Schöffer, Ed Sommer, Joel Stein, Jean Tinguely, Grogerio Vardanega, Victor Vasarely und Yvaral a.k.a. Jean-Pierre Vasarely.

Wien ist immer eine Reise wert. Die zugegebenermaßen sehr überschaubare Ausstellung bietet einen guten Überblick über Arbeiten aus dem Kontext der Neuen Tendenzen und die seltene Gelegenheit, die Werke in Aktion zu erleben. Also auf nach Wien, zurück in die so optimistische Vergangenheit der Neuen Tendenzen.

Service 

21er Haus
Arsenalstraße 1
1030 Wien
T +43 1 795 57 770
public@21erhaus.at